Verseuchung befürchtet
Südkorea beschränkt Fisch-Importe aus Japan

Die Kraftwerksruine in Fukushima verliert täglich mehr radioaktives Kühlwasser. Große Teile davon landen im Meer. Aus Angst vor belasteten Lebensmitteln beschränkt Südkoreas Regierung den Import von japanischem Fisch.
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SeoulAus Sorge über die radioaktive Verseuchung des Meeres hat Südkorea seine Importbeschränkungen für japanische Fischereiprodukte ausgeweitet. Ab Montag dürften bis auf weiteres aus acht japanischen Präfekturen, darunter die des havarierten Atomkraftwerks Fukushima, keine solchen Produkte mehr eingeführt werden, teilte die Regierung mit. Bislang war lediglich der Import von 50 bestimmten Produkten verboten.

Ein Sprecher verwies auf das Auslaufen mehrerer Hundert Tonnen radioaktiv verseuchten Wassers aus der Akw-Ruine. Zugleich kritisierte er die japanische Informationspolitik. Sie sei unzureichend, um die Lage realistisch einschätzen zu können. In den vergangenen Wochen hat sich die Strahlung rund um kontaminierte Wassertanks am Atomkraftwerk Fukushima deutlich erhöht. Südkorea importierte im vergangenen Jahr rund 5000 Tonnen Fischereiprodukte aus den betroffenen Präfekturen. Das entspreche 13 Prozent der aus Japan importierten Gesamtmenge von 40.000 Tonnen, hieß es.

Der japanische Fukushima-Betreiber Tepco hatte zuletzt eingeräumt, dass seit der Reaktorkatastrophe im März 2011 Tausende Liter radioaktives Wasser aus der Ruine in den Pazifik strömten. Darüberhinaus versickerte verstrahltes Kühlwasser aus lecken Tanks am Kraftwerk in den Boden. Die japanische Regierung will deshalb die Gegenmaßnahmen nun selbst in die Hand nehmen und hohe Millionenbeträge ausgeben, um das kontaminierte Wasser zu stoppen.

Der japanische Kabinettssekretär Yoshihide Suga versicherte, dass Fisch und Meeresfrüchte vor dem Verkauf getestet würden und dass sie ohne Sorge verzehrt werden könnten. Das ausströmende radioaktive Wasser sei auf eine kleine Küstenregion vor Fukushima beschränkt. Internationale Verbraucherstandards würden eingehalten. „Wir bitten Südkorea um eine Reaktion auf wissenschaftlicher Grundlage“, sagte er.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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