Analyse der Umwelthilfe
Unternehmen leiden nicht unter Energiewende

Die Deutsche Umwelthilfe stellte am Mittwoch ihre Analyse zu den Strompreisen für die deutsche Industrie vor.
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BerlinDie deutsche Industrie ist nach Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) wegen sinkender Strompreise der große Gewinner der Energiewende. "Große Teile der Industrie und vor allem die energieintensive Branche profitiert von der Energiewende", sagte der Geschäftsführer des Umweltverbandes DUH, Michael Spielmann, am Mittwoch in Berlin.

Der Ausbau des Ökostroms habe die Börsenpreise in den letzten Jahren massiv gedrückt, wovon in erster Linie die Großabnehmer Vorteile hätten. Der Kunden-Verband der industriellen Kraftwirtschaft (VIK) belege dies auch mit einem von ihm berechneten Preisindex, der auf dem niedrigsten Stand seit acht Jahren liege.

Etwa die Hälfte des Industrie-Stromverbrauchs ist zudem von der Umlage zur Ökostrom-Förderung befreit, um die Betriebe im internationalen Wettbewerb zu schützen. Die Bundesregierung hatte diese Privilegierung ausgedehnt. 2014 werde sie einen neuen Rekordstand von sieben Milliarden Euro erreichen, sagte die DUH voraus. In diesem Jahr waren es fast fünf Milliarden Euro, 2012 noch 2,7 Milliarden Euro.

Für die von Teilen der Industrie behauptete Bedrohung der Wettbewerbsfähigkeit gebe keinen einzigen tragfähigen volkswirtschaftlichen Hinweis, sagte Spielmann. Im Vergleich zum europäischen Ausland habe sich die Schere im Vergleich zu Ländern mit billigerem Strom geschlossen, im Vergleich zu Ländern mit höheren Preisen wie Italien oder Großbritannien dagegen ausgeweitet.

Selbst in den USA, deren Energiepreise stark von der Fracking-Fördermethode für Gas und Öl profitiert hätten, seien die Börsenpreise in den vergangenen Jahren nicht stärker als in Deutschland gesunken und zuletzt sogar wieder gestiegen.

Die Kosten der Industrie-Sonderregelung müssen wiederum die übrigen Verbraucher über die Ökostrom-Umlage mitschultern. Haushalte und mittelständische Betriebe würden so von steigenden Strompreisen weit überdurchschnittlich belastet, kritisierte Spielmann. Wie erwartet seien zudem die Versorger Verlierer der Energiewende. RWE und E.ON hatten wegen des Verfalls der Großhandelspreise angekündigt, zahlreiche Kohle- und Gas-Kraftwerke vom Netz zu nehmen, da sie nicht mehr kostendeckend produzierten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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