Nach Einigung in Genf
Experten beraten über Irans Atomprogramm

Nach dem Zwischenabkommen im Atomstreit trifft sich am Montag eine Experten-Runde, die sich mit der technischen Umsetzung der gesteckten Ziele beschäftigen wird. Bereits am Sonntag wurde die erste Atomfabrik besichtigt.
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Wien/Teheran/IstanbulZwei Wochen nach den Genfer Vereinbarungen zur erweiterten Kontrolle des umstrittenen iranischen Atomprogramms trifft sich am Montag in Wien erstmals die „Gemeinsame Kommission“. Das Experten-Gremium will die technischen Fragen zur Umsetzung der vereinbarten Ziele für die nächsten sechs Monate erörtern. Es geht dabei auch um tägliche Inspektionen in den iranischen Uran-Anreicherungsanlagen Natans und Fordo.

Der Kommission gehören Vertreter der 5+1 Gruppe (USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China und Deutschland) und des Irans an. In Genf war eine Einigung darüber erzielt worden, dass Teheran in den nächsten sechs Monaten Teile seines Atomprogramms einfriert und im Gegenzug die internationalen Sanktionen gegen den Iran teilweise gelockert werden.

Bereits am Sonntag inspizierten internationale Experten die Atomfabrik in Arak, wo die Islamische Republik auch an einem Plutoniumreaktor baut. Um den Gegnern der neuen iranischen Führung möglichst wenig Angriffsfläche für Proteste zu bieten, traf das Team der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) schon zu nächtlicher Stunde ein.

Am Samstag hatte Präsident Hassan Ruhani Kritik an der Atompolitik seines Vorgängers bekräftigt. Die Wirtschaft des Landes dürfe nicht für das Atomprogramm geopfert werden, sagte er. „Unser Grundsatz ist, dass die Zentrifugen zwar laufen, aber gleichzeitig auch die Wirtschaft und das Leben der Menschen laufen müssen.“ Er verteidigte das Übergangsabkommen - für das Teheran Teile seines Atomprogramms auf Eis legen muss - als ersten Schritt, um sowohl die wirtschaftlichen Probleme als auch das Prestige des Landes zu verbessern.

Der Atomstreit hat den Iran wirtschaftlich ruiniert, besonders in den vergangenen acht Jahren. Auch wenn es nun für sechs Monate schrittweise Erleichterungen für das von den Sanktionen schwer getroffene Land gibt, wird die wirtschaftliche Erholung lange dauern.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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