Traditionsevent
Eine neue Ära für Spaniens „Tomatina“

Die Tomatenschlacht von Buñol lockt alljährlich Zehntausende Menschen aus aller Welt in die ostspanische Kleinstadt. Bei der diesjährigen Ausgabe müssen die „Krieger“ erstmals Eintritt zahlen. Die Stadt braucht Geld.
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MadridWildfremde Menschen werfen sich gegenseitig Tomaten ins Gesicht. Die größte Tomatenschlacht der Welt lockt alljährlich Zehntausende „Krieger“ in die ostspanische Kleinstadt Buñol. Viele von ihnen kommen aus den USA, Australien oder Japan. Das einstündige Spektakel taucht die Straßen der Ortschaft westlich von Valencia in eine rote Brühe. Die Teilnehmer waten durch einen See von Tomatenschlamm, der ihnen zuweilen bis zu den Knien reicht.

Für traditionelle Tomatenschlacht („Tomatina“) bricht mit der diesjährigen Ausgabe an diesem Mittwoch eine neue Ära an. Zum ersten Mal müssen die „Krieger“ Eintritt zahlen, und ihre Zahl wurde auf 20 000 beschränkt. In den vergangenen Jahren waren etwa doppelt so viele Tomatenwerfer nach Buñol geströmt.

Da in der Gemeindekasse Ebbe herrscht, sahen die Stadtoberen keine Alternative, als 15.000 Eintrittskarten für auswärtige Teilnehmer auszugeben und dafür je zehn Euro zu kassieren. 5000 Ortsbewohner dürfen gratis bei der „Orgie in Rot“ dabei sein.

Die Wirtschaftskrise in Spanien hat auch die Tomatenschlacht erreicht. „Man hat das Volksfest privatisiert“, beklagte die konservative Opposition im Stadtparlament. Mit dem Verkauf der Tickets wurde eine Privatfirma beauftragt.

Der Beschluss des Stadtrats hatte nicht allein finanzielle Gründe. Das Spektakel war dem Ort mit knapp 10 000 Einwohnern in den vergangenen Jahren über den Kopf gewachsen. „Wegen des Gedränges kam es vor, dass Teilnehmer nicht an die Lastwagen herankamen, die die Wurfmunition anlieferten“, berichtete Bürgermeister Joaquín Masmano. „Da waren Leute aus den USA angereist, und dann bekamen sie keine einzige Tomate in die Hand.“

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Eine neue Ära für Spaniens „Tomatina“

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Mit Badehose und Tauchbrille

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