CO2-Abscheidung
Startschuss für Deutschlands erste CO2-Wäsche

In Bergheim hat die erste deutsche Pilotanlage zur massiven Treibhausgas-Verringerung in Kohlekraftwerken ihren Betrieb aufgenommen. Die CO2-Rauchgas-Waschanlage soll den Ausstoß von Kohlendioxid künftig deutlich senken helfen und zu einer klimaschonenderen Stromerzeugung beitragen.
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BERGHEIM. Der Stromproduzent RWE hat am Dienstag die erste deutsche Pilotanlage zur massiven Verringerung des schädlichen Treibhausgases CO2 in Kohlekraftwerken in Betrieb genommen. Damit werde ein „höchst wichtiges Kapitel Technologiegeschichte geschrieben“, sagte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg im RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem im rheinischen Bergheim. Kohle erhalte eine Zukunft als sichere und umweltschonende Energie. Die Pilotanlage kann laut RWE rund 90 Prozent des CO2 aus dem Rauchgas herauswaschen.

Die CO2-Abscheidung gilt als Schlüsseltechnologie, um in Zukunft die Energiegewinnung aus Kohle mit dem Klimaschutz in Einklang bringen zu können. Die in Niederaußem eingesetzte Technik wurde von Deutschlands größtem Stromproduzenten RWE zusammen mit dem Chemiekonzern BASF und dem Anlagebauer Linde entwickelt. Ziel der Versuchsanlage ist es, die bisher vor allem in der Erdöl- und Gasindustrie verwendete Methode für den Einsatz in Kraftwerken zu optimieren.

Bei der neun Mio. Euro teuren Pilotanlage wird allerdings zunächst nur ein geringer Anteil der in dem hochmodernen Braunkohlekraftwerk entstehenden Emissionen vom CO2-gereinigt. Insgesamt kann die Anlage rund 300 Kilogramm Kohlendioxid pro Stunde aus dem Rauchgas abscheiden.

RWE will beim Thema CO2-Reduktion nach den Worten von Konzernchef Jürgen Großmann eine Vorreiterrolle übernehmen. Bis 2015 hofft der Konzern, sein erstes CO2-freies Kraftwerk in Betrieb nehmen zu können. Bislang ist RWE mit seinen großen rheinischen Braunkohlekraftwerken allerdings noch einer der größten europäischen CO2-Emittenten.

Mit der Pilotanlage in Niederaußem sollen zunächst die Voraussetzungen für den großtechnischen Einsatz von CO2-Abscheidungstechnologien in Kohlekraftwerken geschaffen werden. Der Versuchsbetrieb soll bis Ende des Jahres 2010 laufen. Danach will RWE über den Bau einer großen Demonstrationsanlage entscheiden. Die neue Technik sei auch für andere energieintensive Branchen wie die Chemie-, Zement- oder die Eisen- und Stahlindustrie interessant, da sie auch in vorhandene Anlagen nachträglich eingebaut werden könne, betonte Großmann.

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