CO2-Ausstoß
Deutsche leben umweltfreundlicher

Mit dem Umstieg auf umweltfreundliche Energieträger haben die Bundesbürger ihren privaten CO2-Ausstoß deutlich gesenkt. Die deutsche Industrie warnt unterdessen nach dem Klima-Kompromiss von Cancun vor einem Vorpreschen Europas beim Klimaschutz.
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HB WIESBADEN/BERLIN. Rund 7,5 Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids hat jeder Einwohner Deutschlands mit Heizen, Autofahren und dem Verbrauch von Waren 2009 in die Umwelt freigesetzt, im Jahr 2000 waren es noch 8,0 Tonnen gewesen. Besonders der wachsende Anteil von Erdgasheizungen und Dieselautos habe zu der Verringerung beigetragen, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag.

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung sei von 6,4 Prozent im Jahr 2000 auf 16,3 Prozent 2009 gestiegen. Erneuerbare Energien tragen wesentlich zur Emissionsminderung bei. Der CO2- Ausstoß Deutschlands insgesamt - also inklusive der Herstellung von Investitionsgütern - betrug 2008 rund 10,0 Tonnen je Einwohner, Zahlen aus dem vergangenen Jahr liegen noch nicht vor.

Deutsche Industrie: EU darf bei Klima-Zielen nicht vorpreschen

Die deutsche Industrie hat unterdessen nach dem Klima-Kompromiss von Cancun Europa zur Zurückhaltung aufgefordert. Die Europäische Union dürfe nicht einseitig weiter vorpreschen, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Werner Schnappauf, am Sonntag. "Die EU kann dann ihr Treibhausgas-Reduktionsziel auf 30 Prozent aufstocken, wenn sich auch alle anderen Industrie- und Schwellenländer auf ehrgeizige Reduktionsziele und Emissionsobergrenzen verpflichten", betonte er. "Sonst verlieren wir in Europa und vor allem in Deutschland moderne Produktionsanlagen und Jobs."

In der Abschlusserklärung der Cancun-Verhandlungen heißt es, um die schwersten Klimaschäden zu verhindern, müssten die Industriestaaten ihren Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent unter das Niveau von 1990 drücken. Die Europäische Union will dabei nach bisherigen Erklärungen eine Vorreiterrolle einnehmen.

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  • Das ist doch immer das gleiche Kasperltheater. Warum nicht vorpreschen mit den Klimazielen und Vorreiter sein? Wenn man das richtig angeht, z.b. mit dem Cradle to Cradle Konzept, kann Deutschland führend werden in ökologischen, ressourcen- und energiesparenden, klimafreundlichen Produkten. Daraus ließe sich genauso ein Geschäft machen wie aus Erdöl und Atomkraft - ganz abgesehen davon, dass man zusätzlich eventuell noch Menschlichkeit und Verantwortung zeigen könnte

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