CO2-Ausstoß von Flugzeugen
Die Abgasnorm der Lüfte ist wenig ambitioniert

Airbus und Boeing werden Regeln zum CO2-Ausstoß auferlegt – doch die sind butterweich: Aktuelle Modelle wie die A320 Neo und die 737 Max erfüllen die Norm bereits. Umweltschützer gehen die Grenzwerte nicht weit genug.

Montreal/WashingtonFür Flugzeuge soll es künftig erstmals Obergrenzen beim Emissionsausstoß geben. Neue Flugzeugtypen unterliegen den neuen Standards ab 2020, die für kleine und große Maschinen gleichermaßen gelten, wie die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) mitteilte. Neu gebaute Maschinen bereits existierender Modelle müssen die Vorschriften ab 2023 erfüllen.

Sechs Jahre lang hatten Vertreter aus 22 Ländern über die Grenzwerte für den CO2-Ausstoß verhandelt, die für nationale Luftverkehrsbehörden rund um den Globus verbindlich werden sollen. Umweltschützern gehen sie aber nicht weit genug, weil Flugzeuge, die bereits in Betrieb sind, davon ausgenommen seien.

Boeing erklärte, die neuen Regeln seien ehrgeizig. Sie sollten aber Teil des Zulassungsprozesses werden. Die neuen Flugzeugtypen des US-Herstellers seien bereits so gebaut, dass sie die Grenzwerte einhielten oder sogar deutlich darunter lägen. Der europäische Rivale Airbus betonte, bei den aktuellen und künftigen Modellen in die deutliche Verringerung von Kerosinverbrauch, CO2-Ausstoß und Lärm zu investieren.

Die neuesten Modelle der beiden Flugzeugbauer wie die Boeing 737 Max oder der Airbus A320 Neo sind von den neuen Vorschriften nicht betroffen, da sie die Emissionsgrenzwerte bereits einhalten. Andere Flugzeuge wie etwa die Boeing 747 und 777 sowie der A380 und A330 müssen dagegen technisch verbessert werden, um den Ausstoß zu reduzieren. „Die neuen Regeln werden die Budgets für Forschung und Entwicklung bei den Flugzeug- und Motorenbauern beeinflussen und werden dafür sorgen, dass die Firmen auch künftig einen Fokus darauf legen“, sagte ein Brancheninsider.

Die Schätzungen von Experten über die Reduzierung des CO2-Ausstoßes nach Inkrafttreten der neuen Grenzwerte unterscheiden sich stark. Die US-Regierung geht davon aus, dass die Emissionen zwischen 2020 und 2040 um 650 Millionen Tonnen sinken. Umweltverbände rechnen dagegen nur mit rund 300 Millionen Tonnen oder noch weniger.

Insidern zufolge will die zu den Vereinten Nationen gehörende Organisation ICAO manche Flugzeugtypen von den neuen Branchenstandards ausnehmen. Darüber solle aber nicht vor Herbst entschieden werden. Gegen Ende des Jahres werden die Regeln formal festgelegt. Bei dem im Dezember erzielten Klimaabkommen in Paris wurde der Bereich Luftfahrt nicht berücksichtigt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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