E-Haus
Mit dem Superhaus das Klima schonen

Wenn es um effiziente Haustechnik geht, ist der Bundesregierung kein Aufwand zu hoch – denn intelligente Gebäude sollen eine Säule der Energiewende sein. Doch nicht alle Konzepte sind schon ausgereift.
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KölnKatze Susi sorgte im intelligentesten Haus Deutschlands für Verwirrung. Wenn das Tier nachts durch den Flur streunte, ging die Festbeleuchtung an. „Kein Mensch wusste, warum das so war“, schreibt die elfjährige Freyja, die das Haus mit ihrer Familie bewohnt, in ihrem Blog. Erst nach drei Wochen Tüftelei fand ein Techniker heraus, dass die Bewegungsmelder verrückt gespielt hatten – und beseitigte das Problem. Inzwischen kann die vierköpfige Familie auch schlafen, wenn Susi nachts ihre Streifzüge unternimmt.

Das „Effizienzhaus Plus“ steht in Berlin und ist das bekannteste Modellprojekt für intelligente Haustechnik in Deutschland. Seit März wohnt eine vierköpfige Familie in dem 130 Quadratmeter großen Gebäude. Sie nutzt moderne Elektronik. Eine Wärmepumpe und Solaranlagen produzieren mehr Strom, als die Bewohner verbrauchen. Die Energie fließt in Batterien, die mit einer Ladestation für E-Autos verbunden sind.

Zur Eröffnung des Superhauses, ein Teil der Forschungsinitiative „Zukunft Bau“, gab sich im vergangenen Dezember sogar Kanzlerin Angela Merkel die Ehre. Wenn es um effiziente Haustechnik geht, ist der Regierung kein Aufwand zu hoch – denn intelligente Gebäude sollen eine Säule der Energiewende sein. Das Ziel der Bundesregierung: Bis 2050 soll der CO2-Ausstoß der deutschen Gebäude um 80 Prozent sinken. Erreichen will sie das vor allem mit Hilfe von intelligenter Haustechnik sowie besserer Wärmedämmung.

„Im Gebäudebestand gibt es beim effizienten Einsatz von Energie noch große Potenziale. Die Sanierung war noch nie so wichtig wie heute“, sagt Lale Salur, Architektin bei der Energieagentur NRW. Von den über acht Millionen Wohnungen in NRW sind drei Viertel vor 1978 entstanden – noch vor der ersten Wärmeschutzverordnung.

Ein Vorbild für die Sanierung ist das von der TU Darmstadt entwickelte Plus-Energie-Haus. Von 2009 bis 2011 tourte es als Wanderausstellung durch deutsche Städte. Auch auf der Messe Light+Building steht das Thema im Fokus: Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke zeigt in der Sonderschau „Das E-Haus“ ein energieeffizientes Modellgebäude, ebenfalls inklusive einer Garage für Elektroautos.

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Kommentare zu " E-Haus: Mit dem Superhaus das Klima schonen"

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  • Das Wunschbild der Oekoreligion ist eine sehr feudalistische Gesellschaft. Nur mehr wenige Auserwählte werden sich dann individuelle Mobilität, unterbrechungsfreie Stromversorgung, oder dauerhaft beheizte Wohnungen leisten können.

    Wohlstand für Alle ist sicherlich das Gegenteil dessen was die Oekologen unter Merkel und Co. erträumen.

    Vandale

  • avobert
    Besser als mit den "dämlichen" Schaltuhren kann die WW-Zirkulation mit einen Bewegungsmelder aktiviert werden. Niemand im Haus oder nachts, dann auch keine Zirkulation. Mache ich schon mehr als 30 Jahre so ohne Probleme. Wichtig ist den Bewegungsmelder so anzuordnen, dass nicht das Wohnzimmer, sondern der Weg zum Bad oder Küche überwacht wird.

  • So ein Schwachsinn! Ein Haus hat nichts mit dem Klima zu tun.
    Alles mögliche soll jetzt zur Klimarettung beitragen obwohl das Klima nicht gerettet werden muss, höchstens im Kopf von einigen Ideologen und den Klimakatastophengläubigen.
    Jeder normal denkende Journalist sollte diesen Unsinn nicht mitmachen, denn er macht sich lächerlich.

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