Eine Woche vor Ende
Klimakonferenz liefert Entwurf für Abschlusserklärung

Die Weltklimakonferenz auf Bali hat erste Ergebnisse gebracht: Knapp eine Woche vor Ende des Gipfels liegt ein erster Entwurf für eine Abschlusserklärung des Treffens vor. Damit ist auch ein Grundstein für ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz gelegt.

HB NUSA DUA. In dem Entwurf werden alle Nationen aufgefordert, sich im Kampf gegen den Klimawandel stärker zu engagieren. Die Industriestaaten sollten ihren Ausstoß von Treibhausgasen deutlich senken, während die Entwicklungs- und Schwellenländer zumindest einen Anstieg ihrer Emissionen verhindern sollten, hieß es im dem am Samstag kursierenden vierseitigen Papier. Das Dokument, das Reuters vorlag, wurde von Delegierten aus Indonesien, Australien und Südafrika erarbeitet. Es soll als inoffizieller Leitfaden für die 10 000 Gesandten der 190 Länder dienen, die auf dem noch bis Freitag angesetzten Gipfel vertreten sind.

In dem Entwurf wird argumentiert, dass eindeutig wissenschaftliche Beweise vorlägen, wonach die reichen Ländern bis 2020 ihren Ausstoß um 25 bis 40 Prozent unter die 1990 erreichten Stände drücken müssten, um weitere Dürre- und Überschwemmungskatastrophen sowie Hitzewellen und steigende Meeresspiegel verhindern zu können. „Die gegenwärtigen Anstrengungen werden nicht die notwendige Emissionssenkung bewirken“, hieß es. Zudem ist die Rede von einer Art Fahrplan, der aufzeigt, wie es nach Bali weitergehen soll. Dieser reicht von unverbindlichen Gesprächen bis hin zu einer Frist für einen neuen globalen Klimapakt, der bei einem in Kopenhagen angesetzten UN-Treffen im Jahr 2009 geschlossen werden soll.

Ziel des seit einer Woche laufenden Klimagipfels auf Bali ist es, die Grundlage für ein neues weltweites Klimaabkommen zu schaffen, das das Kyoto-Protokoll ersetzen soll. Darin hatten sich 36 Industrienationen verpflichtet, im Kampf gegen die Erderwärmung ihren Ausstoß von Treibhausgasen bis spätestens 2012 um fünf Prozent unter die Stände von 1990 zu senken. Die USA haben als einer der weltweit größten Umweltverschmutzer das Protokoll allerdings nicht unterzeichnet. Schwellenländer wie China und Indien haben sich zudem auf keine Zielmarken zur Eindämmung ihrer Emissionen festgelegt.

„Die Herausforderung des Klimawandels erfordert eine effektive Beteiligung aller Länder“, hieß es daher unmissverständlich in dem Entwurf von Bali. Gleichzeitig wurde darin aber auch mit Blick auf arme Länder eingeräumt, dass Armutsbekämpfung und soziale Entwicklung oberste Priorität hätten. Die Delegierten des Gipfels sollten am Montag ihre Reaktionen auf den Entwurf präsentieren.

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