Ernst Ulrich von Weizsäcker
Die Umweltbelastung um den Faktor fünf reduzieren

Unsere Zivilisation nutzt endliche Ressourcen in einem geschlossenen Ökosystem so, als seien sie unendlich vorhanden, ist heute aktueller denn je. Ernst Ulrich von Weizsäcker bietet in seinem Buch "Faktor Fünf" Auswege.
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DüsseldorfStatistisch gesehen stößt jeder Deutsche elf Tonnen Kohlendioxid pro Jahr aus. 2,5 Tonnen würde die Natur auf Dauer vertragen. Ernst Ulrich von Weizsäcker schlägt daher vor, die Umweltbelastung um den Faktor fünf zu reduzieren. Deswegen heißt das im April 2010 erschienende Buch des Trägers des deutschen Umweltpreises und langjährigen Präsidenten des Wuppertaler Instituts für Klima, Energie und Umwelt: "Faktor Fünf - die Formel für nachhaltiges Wachstum".

Von Weizsäcker nennt gemeinsam mit seinen Forschungskollegen Karlson Hargroves und Michael Smith zahlreiche Beispiele aus praktisch allen Lebensbereichen, wie es gelingen kann, den Energieverbrauch um 80 Prozent zu reduzieren. Große Hoffnungen an die Politik spielen in diesem Buch keine nennenswerte Rolle. Der gescheiterte Klimagipfel von Kopenhagen hat gezeigt, dass die Initiative von Verbrauchern und Unternehmern ausgehen muss.

Auch wenn von Weizsäcker Wissenschaftler ist, steckt sein Buch voller Praxisnähe. Er widerlegt die gerade in Kopenhagen oft genannte Behauptung, dass eine Reduktion des CO2-Ausstoßes eine Minderung der Lebensqualität nach sich zieht. Im Kern nennt von Weizsäcker acht Strategien: Energieeffizient, Übergang zu klimaneutralen Treibstoffen, Rückgewinnung von Wärme und Strom, Erneuerbare Energien, Recycling, Produktverbesserungen, Materialeffizient und die Verminderung anderer Treibhausgase als CO2.

Von Weizsäcker und seine Kollegen haben intensive Branchenstudien durchgeführt. An Zahlenbelegen und Detailtreue mangelt es nicht. Anschließens werden die Schwerpunkte Gebäude, Stahl- bzw. Zementindustrie, Landwirtschaft und Verkehr durchdekliniert. Die Vorschläge sind sowohl für Unternehmen, aber auch für Endverbraucher sehr hilfreich. Ein Beispiel ist die Energieeffizienz von Autos und Lkws. Immerhin kommen bei einem Pkw lediglich sechs Prozent der Energie bei den Rädenr an. Bei einem 30-Tonner ist es sogar nur ein Prozent. Zudem erfährt der Leser so manche Wahrheit über "versteckte Umweltsünder wie Restaurants.

Eine kleine Schwäche erlauben sich die Autoren beim Bereich Landwirtschaft. Zwar machen sie eine Reihe von klaren Vorschlägen zur Ressourceneinsparung, vor allem beim Wasser. Zum Problem des hohen Treibhausgasausstoßes bei Nutztieren findet sich allerdings nichts. Längst plädieren nicht mehr nur hartgesottene Tierschützer für den Massenvegetarismus, wenn man den Ausstoß vor allem von Methan und Lachgasen in den Griff bekommen will.

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