Finanzinstitute
Klimaschutz verkauft sich gut

Während Unternehmen, Investoren und Politiker den Klimawandel vor allem als Risiko betrachten, widmen sich Finanzinstitute in diesen Monaten geradezu leidenschaftlich dessen Chancen. Nahezu jedes Institut legt rasch einen Klimafonds oder ein Zertifikat auf, auch diejenigen, die die Potenziale nachhaltigen Wirtschaften bislang ignorierten.

HB. Das Licht der Welt erblickten Erneuerbare-Energien-Fonds oder Klimafonds wie der Anfang Juli aufgelegte FT ClimatChange der zur BHF-Bank gehörenden Frankfurt-Trust Asset Management, der LBBW Global Warming Strategie BWI, der Swisscanto Equity Fund Climate Invest oder der DWS Klimawandel. Auch die Dekabank, die bis Jahresbeginn nichts zum Thema Nachhaltigkeit vorlegen konnte, hat inzwischen einen Umweltfonds. Weitere Anbieter, wie ÖkoWorld, haben ähnliche Fonds in der Zulassung – schließlich werden für die Erneuerbaren Energien dieses Jahr zweistellige Wachstumsraten prophezeit.

Im Wettrennen um Anleger und Publizität hecheln sie Anbietern hinterher, die wie Merrill Lynch, KBC, SAM, Sarasin mit Versiko oder die Société Générale schon vor vielen Jahren Neue Energien und emissionsarme Materialien als zukunftsweisend erkannt sowie entsprechende Publikumsfonds aufgelegt und Anlagen ermöglicht haben.

Die Volumina der Fonds wachsen rasant, die Mittelzuflüsse sind groß. In den meisten befinden sich vorwiegend klein- und mittelständische Firmen. Der LBBW-Fonds mit der Dominanz von Konzernen ist die Ausnahme. In den sind oft nicht nur Hersteller regenerativer Energien wie Sonne, Wind und Biokraftstoffe enthalten, sondern wie beim LBBW Global Warming auch Energieeffizienz fördernde Unternehmen aus den Bereichen Bau, Anlagebau und Versicherung sowie solche, die dazu beitragen, die Folgen des Klimawandels besser zu bewältigen. Ausgeschlossen sind dagegen zum Beispiel Ölkonzerne, selbst wenn sie in erneuerbare Energien investieren.

Aber aufgepasst: Bei einigen Fonds müssen die innovativen Techniken nicht der Schwerpunkt des Kerngeschäfts sein. So brauchen beim DWS Klimawandel die Firmen nur ein Fünftel ihres Umsatzes mit Klimaschutz zu erzielen. Dagegen verlangen die älteren Fonds oder auch der FT ClimateChange eine Konzentration des Kerngeschäfts auf Umwelt- und Klimatechnik. Anlageexperten wie Björn Drescher von Drescher & Cie. warnen darum vor marketingorientierten Trittbrettfahrern. Anleger, denen neben der Rendite der Klimaschutz wichtig ist, sollten sich vergewissern, wie ernsthaft sich die Produkte dem widmen.

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