Gasleck auf hoher See
Gewerkschaft erhebt Vorwürfe gegen Total

Vor Wochen haben Arbeiter Probleme auf der Nordsee-Plattform „Elgin“ entdeckt. Tatsächlich wusste Betreiber Total seit Ende Februar von Problemen. Die Umweltorganisation Greenpeace schickt ein Schiff zur Unglücksstelle.
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London/ParisDer Energiekonzern Total wusste mindestens seit Februar von Problemen auf der Leck geschlagenen Nordsee-Plattform „Elgin“. Die Gewerkschaft RMT erklärte am Freitag, Arbeiter hätten schon vor Wochen Sorgen wegen eines steigenden Gasdrucks geäußert. Das französische Unternehmen habe jedoch noch Stunden vor dem Unglück beteuert, ein Versagen sei ausgeschlossen.

Von Seiten Totals hieß es zuvor, Ende Februar seien Druckschwankungen beobachtet und daraufhin Maßnahmen ergriffen worden. Der Konzern kündigte an, das Gasleck mit zwei Entlastungsbohrungen angehen zu wollen. Das könnte sechs Monate in Anspruch nehmen. Wegen einer Gasfackel in etwa 100 Meter Entfernung von der Plattform bestand weiter Explosionsgefahr. Der Gewerkschaft zufolge legten die Arbeiter ihre Bedenken dem zuständigen Manager vor Ort vor, der wiederum mit Total-Technikern auf dem Festland Rücksprache gehalten habe. Entsprechende Diskussionen habe es selbst noch „wenige Stunden vor dem Ereignis“ gegeben. Den Arbeitern sei immer wieder gesagt worden, das betroffene Leitungsteil könne nicht versagen.

Total nahm zu den Angaben der Gewerkschaft zunächst nicht Stellung. Zuvor hatte ein Vertreter erklärt, am 25. Februar seien Druckschwankungen an einem Verschluss beobachtet worden. Innerhalb von Tagen seien Maßnahmen ergriffen worden, um den Druck zu regeln. „Am 25. März haben wir einen plötzlichen Druckanstieg beobachtet, gefolgt von einem Austritt von Schlamm und Gas.“ An diesem Tag wurde die Plattform evakuiert. Seitdem tritt unkontrolliert giftiges und explosives Gas aus. Die britische Sicherheitsbehörde HSE wurde nach eigenen Angaben von Total am 26. Februar über Druckschwankungen auf der Plattform informiert. Dem Konzern sei aufgetragen worden, den Druck zu überwachen und zu verringern, um ihn innerhalb der engen vorgeschriebenen Grenzen zu halten. Die HSE habe sich zudem vergewissert, dass Total Pläne für den Umgang mit einer solchen Situation erarbeitet habe.

Greenpeace wird am Samstag mit einem Forschungsschiff zur Leck geschlagenen Gasplattform Elgin in der Nordsee aufbrechen. Die Umweltschutzorganisation will sich nach eigenen Angaben vor Ort ein Bild über die Schädlichkeit des ausströmenden Gases machen.

Total kündigte an, so bald wie möglich mit Entlastungsbohrungen beginnen zu wollen, um den Austritt des Gases zu stoppen. Auf zwei Plattformen in der Nordsee liefen entsprechende Vorbereitungen. Parallel dazu werde weiter über eine Einspritzung von Schlamm nachgedacht, ein schnelleres, aber gefährlicheres Verfahren. Wegen der Gasfackel bestand weiter Explosionsgefahr. Das britische Energieministerium sprach von mehreren Szenarien, um die Flamme zu löschen, darunter der Einsatz von Lösch-Hubschraubern und Schiffen oder die Verwendung von Stickstoff. Das Feuer wurde bei der Evakuierung der „Elgin“ gezündet, um überschüssiges Gas abzufackeln. Gegenwärtig bläst der Wind die Gaswolke von der Fackel weg. Luftaufnahmen deuten dem Ministerium zufolge darauf hin, dass die Flamme kleiner geworden ist, womit sich das Problem von selbst lösen könnte.

Die Plattform liegt rund 240 Kilometer vor der schottischen Küste, wo das Wasser weniger als 100 Meter tief ist. Der Ursprung des Gases liegt nach Angaben von Total aber in einer Gesteinsschicht in etwa vier Kilometern Tiefe unter dem Meeresgrund und damit einen Kilometer über der Lagerstätte, die eigentlich ausgebeutet wird. Dem britischen Energieministerium zufolge wird inzwischen davon ausgegangen, dass die Leitungen durch den extremen Druck und die hohen Temperaturen durchlässig geworden sind. Das Leck selbst liegt auf der Plattform und damit über dem Wasserspiegel. Alle 238 Arbeiter wurden in Sicherheit gebracht. Experten zufolge drohen Total Kosten in Milliardenhöhe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Alles Lüge! Die Erdgasförderung ist absolut sicher! Exon wirbt doch damit sogar täglich im Fernsehen. Es kann übehaupt nichts passieren, glaubt es doch endlich!

  • Wie schon im Fall der Bohrinsel im Golf von Mexico, oder Fukushima, werden die Risiken für die Umwelt von den Betreibern erst mal heruntergespielt. Wenn dann das Kind in den Brunnen gefallen ist, wird scheibchenweise die Wahrheit nachgelegt. Schliesslich sind hier Naturschutzgebiete in der Nordsee in Gefahr. Daher ist das Ausbeuten von Ölvorkommen in Meeren und Gewässern zu verbieten und abzulehnen. Denn die Verseuchungen auf dem Lande durch Ölbohrungen oder in Flussläufen wie Nigeria haben schon ein höchstes Mass erreicht.

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