Gebäudeautomatisierung
Software hilft beim Sparen

Eine Lampe, die merkt ob jemand im Raum ist oder eine Heizung, die sich bei offenem Fenster selbst reguliert - mit moderner IT können viele Räume so automatisiert werden, dass sie von selbst Energie einsparen. Günter Idinger hat sich auf die Gebäudeautomation spezialisiert und hilft Unternehmen beim Stromsparen.
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DÜSSELDORF. Glotze an - mal schauen, was die Stromrechnung macht. Für Günter Idinger, Geschäftsführer der Bonner Gebäudeautomationsfirma Moeller, ist das kein Witz. Er verkauft eine Lösung namens "Room Manager", die einem daheim nicht nur bequem die Jalousien hoch und runter fährt, sondern in Zukunft auch das Energiemanagement abnehmen soll. Und der Bewohner kann von der Couch aus dabei zusehen.

Alle Verbrauchsdaten und Prognosen für Strom, Wärme und Wasser zeigt das System dem Nutzer auf dem Fernsehschirm an. Die Software berechnet auch, was bis Jahresende an Kosten auflaufen, wenn man so weiter wirtschaftet. Auch einzelne Geräte können ausgemessen und mit "Energie-Budgets" versehen werden. Hat etwa der PC des Sohns die erlaubte Menge an Strom verbraucht, wird er einfach gesperrt.

Idinger ist überzeugt davon, dass Gebäudeautomation einen erheblichen Beitrag zur Energieeinsparung leisten muss. Allein mit höheren Wirkungsgraden von Glühbirnen, Heiztechnik und Waschmaschinen sei es nicht getan. IT bewegt den trägen Menschen zu Verhaltensänderungen - oder nimmt sie ihm ab: Etwa wenn die Beleuchtung auf Bewegungsmelder reagiert. Oder wenn die Heizung sich bei offenem Fenster selbst drosselt. "Die IT wird die Energieeffizienz vorantreiben", sagt Idinger.

Der Room Manager steht für den Umbruch, der unter dem Druck der Klimaschutzziele bevorsteht. Industrie-Unternehmen wollen das Energiesystem zu einem "Internet der Energie" umbauen, das durch eine intelligente Koordination zwischen Erzeugung und Verbrauch hohe Effizienzgewinne ermöglicht. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat daher den Arbeitskreis "IKT für die Energiemärkte der Zukunft" gegründet, dem Unternehmen wie Siemens, ABB, Bosch, IBM, EnBW, Rheinenergie und SAP angehören.

Für den Leiter des Arbeitskreises, Orestis Terzidis, fehlen noch vor allem die Geschäftsmodelle, mit denen eine neue Marktorganisation realisiert werden kann. "Dazu brauchen wir die Informationstechnologien", sagt Terzidis. Er spricht nicht von erneuerbaren Energien, sondern von "volatilen Energien", weil der Beitrag von Wind und Sonne nicht vollständig vorhersehbar ist. Die Verschiebung von großen, zentralen hin zu kleinen, dezentralen Erzeugungsanlagen als Beitrag zur CO2-Vermeidung wird ebenfalls dazu führen, dass das gegenwärtige Stromnetz anders organisiert werden muss.

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