Heizen mit Erdwärme
Bohren nach der unerschöpflichen Energie

5.000 Meter tief sollen die Rohre für das geplante Geothermiefeld mitten im Ruhrgebiet in die Tiefe führen. Das Feld mit dem Namen „Zukunftsenergie“ soll das Potenzial der Erdwärme in Deutschland ausloten.
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Es soll eine ganz große Sache werden. Etwa 50 Quadratkilometer groß, länger und breiter als 5.000 Fußballfelder. An der Oberfläche wird davon nichts zu sehen sein. Denn das Erdwärmefeld mit dem Namen „Zukunftsenergie“ entsteht tief in der Erde unter Bochum – mitten im Ruhrgebiet.

„Wir wollen zeigen, welches Potenzial die Geothermie in Deutschland hat“, sagt Rolf Bracke, Professor für Geothermie und Umwelttechnik an der Hochschule Bochum. „Wir werden dazu bekannte Bohr- und Bergbautechnologien weiterentwickeln, um das Potenzial zu heben.“

Die geplante Erdwärmeanlage soll künftig die Häuser im Süden Bochums beheizen. Heute stammt die Energie noch aus Kraftwerken, die mit fossilen Brennstoffen arbeiten. Künftig will Bracke das Netz mit Erdwärme speisen. Bisher investieren viele deutsche Häuslebauer in Geothermie, um nach hohen Anfangsinvestitionen günstige Wärme aus der Erde zu nutzen. Zunehmend steigen aber auch Besitzer älterer Einfamilienhäuser und öffentliche Einrichtungen auf Erdwärme um.

Aus Sicht Brackes hat die Entdeckung der unerschöpfliche Energie aus der Erde gerade erst begonnen. „Bis 2020 können wir schon gut ein Fünftel des gesamten Wärmemarktes in Deutschland mit Geothermie versorgen“, erwartet er. Langfristig hält er sogar einen Anteil von rund 40 Prozent für möglich. Das Marktpotenzial ist riesig. Analysten der Deutschen Bank gehen davon aus, dass das Geschäft mit der Geothermie allein der Bauwirtschaft in Deutschland bis 2030 einen Umsatz von rund 25 Milliarden Euro bescheren wird. Und die Bundesregierung lässt sich die Förderung von Zukunftsenergien wie der Geothermie bis 2014 rund 3,4 Milliarden Euro kosten.

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Vom Pilot- zum Vorzeigeprojekt

Kommentare zu " Heizen mit Erdwärme: Bohren nach der unerschöpflichen Energie"

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  • Hallo,
    wenn dann noch das Prinzip Schluck- und Förderbrunnen durch ein geschlossenes System ersetzt wird, dürfte auch kein Bruch im Erdreich stattfinden. Vor allem würde dann aber kein Tiefenwasser erforderliuch sein. Gestein genügt zur Erwärmung des geschlossenen Kreislaufs eines Mediums.

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