Energiewende
Gabriel bremst Windkraft an Land

Das Bundeswirtschaftsministerium setzt dem Bau von Windparks in Norddeutschland Grenzen. Betroffen sind Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und das nördliche Niedersachsen.
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BerlinDer rasante Ausbau der Windkraft im Norden Deutschlands überfordert die Stromnetze. Per Verordnung will Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) daher den Ausbau der Windkraft an Land drosseln. Betroffen sind das gesamte Landesgebiet von Schleswig-Holstein und von Mecklenburg-Vorpommern sowie in Niedersachsen alle Landkreise nördlich der Linie Emsland-Lüneburg. Auch die Stadtstaaten Hamburg und Bremen müssen ihre Pläne überdenken. Sie spielen als Windpark-Standorte jedoch eine untergeordnete Rolle.

Die Auswirkungen für die drei Flächenstaaten hingegen sind gravierend. In den definierten Bereichen soll pro Jahr insgesamt nur noch für Windparks mit 902 Megawatt (MW) Leistung ein Zuschlag erteilt werden. Zum Vergleich: Allein in Schleswig-Holstein betrug 2014 der Ausbau der Windenergie auf dem Festland rund 1 300 MW.

Die Grünen kritisieren das Vorhaben

Die Ermächtigung zum Erlass der Verordnung ist Bestandteil der diesjährigen Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die Verordnung bedarf keiner Zustimmung durch Bundesrat oder Bundestag. Die Verordnungsermächtigung war – gegen den Widerstand der betroffenen Länder – auf Druck der Union Bestandteil der EEG-Reform geworden. „Derzeit hält der Netzausbau mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien nicht überall Schritt“, heißt es im Verordnungsentwurf. Gerade in Norddeutschland würden wegen der Engpässe im Übertragungsnetz in steigendem Umfang Windparks abgeregelt, weil der Strom nicht vor Ort verbraucht und nicht zu den Verbrauchszentren im Süden abtransportiert werden könne. Die Verordnung soll am 1. März 2017 in Kraft treten und bis Ende 2020 gelten.

Die Grünen kritisieren das Vorhaben. „Während Umweltministerin Hendricks sich in Marrakesch feiern lässt, bremsen ihre Kabinettskollegen und der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel den Ausbau der Windenergie in Deutschland aus“, sagte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer dem Handelsblatt. Union und SPD stellten damit den Klimaschutz infrage. Statt den Ausbau der Windenergie in Norddeutschland auszubremsen, müsse Gabriel dafür sorgen, dass Kohle- und Atomstrom die Netze nicht verstopften.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Energiewende: Gabriel bremst Windkraft an Land"

Alle Kommentare

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr......

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

  • Gabriel rettet nicht mehr das Klima, was soll nur werden ?

  • Ich nehme an, dass Herr Gabriel aus den ökoreligiösen Visionen zu einem Funken Realität gefunden hat.

    Aktuell kosten die Subventionen für "Erneuerbare Energien", EEG Subventionszahlungen, Netzausbau, zusätzliche Regelenergie, Netzstabilität, Kapazitätsbereitstellung, EKF Fonds, subventionierte KfW Darlehen, 30 - 40 Mrd. €/Jahr. Es stellt sich die Frage welche Belastung sich die Menschen neben anderen Geistesblitzen der Politik für den ökoreligiösen Glauben gefallen lassen.

    Windstrom fällt entsprechend der Launen des Wetters an. Mehrere 1000h/Jahr ist die Windstromeinspeisung nahe 0, einige 1000h kann dieser genutzt werden. Etwa 800 - 1000h/Jahr müssen die umweltschädlichen Windmühlen abgeregelt werden, oder der Überschussstrom zu Negativpreisen exportiert werden. Mehr als die Hälfte der Stromerzeugung von Windmühlen fällt innerhalb von 1500h/Jahr an. Bei einem Zubau weiterer Windmühlen verschärft sich die Situation.

    Faszinierend ist der Satz: "Statt den Ausbau der Windenergie in Norddeutschland auszubremsen, müsse Gabriel dafür sorgen, dass Kohle- und Atomstrom die Netze nicht verstopften." Man merkt dass sich die Grünen weit vom Boden der Wirklichkeit entfernt bewegen. Physikalisch muss in jedem Augenblick soviel Strom eingespeist werden wie benötigt wird. Die modernen Grosskraftwerke sichern die Netzstabilität und bewirken mit den regelbaren Kapazitäten dass das Netz nicht zusammenbricht.

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