Start-up Aerostate
Wie rein ist die Luft?

Ein russisches Umwelt-Start-up prognostiziert, wann und wo die Luftverschmutzung in Städten besonders hoch ist. Anwohner und Reisende werden so vor möglichen Gesundheitsgefahren frühzeitig gewarnt.

Für viele Länder war 2016 ein Jahr der Hitzerekorde. In Großstädten steigt mit dem trockeneren Klima aber nicht nur die Temperatur, sondern auch die Schadstoffbelastung in der Luft. Vier junge Physiker aus Moskau sind deswegen davon überzeugt, dass Informationen über die Luftqualität künftig ebenso wichtig sein werden wie Wettervorhersagen. Mit ihrem Start-up AeroState haben die vier Russen ein Online-System entwickelt, das auf lokaler Basis in theoretisch allen Metropolen der Welt, das Ausmaß der Luftverschmutzung zu einer bestimmten Zeit vorrausagen kann.

Was das konkret bedeutet, hat AeroState diesen Sommer gezeigt. In den meisten Regionen Russlands kam es dieses Jahr wegen trockener Hitze zu einer erhöhten Anzahl an Waldbränden – meist in dünn besiedelten Zonen Sibiriens oder dem russischen Föderationskreis im ferner Osten des Landes. Doch der Wind wehte den Rauch der Brände rund 4500 Kilometer weiter nach Westen - bis zur russischen Hauptstadt.

„Diesen Sommer konnten wir in Moskau eine sogenannte Temperaturinversion beobachten – von einer solchen ist die Rede, wenn aufgrund sehr heißen und trockenen Wetters die Temperaturen bei zunehmender Höhe steigen. Dieses Phänomen, zusammen mit dem durch die Waldbrände verursachten Smog, führte in der 15-Millionen-Stadt zu erhöhter Schadstoffbelastung in der Luft. Wir konnten die erhöhte Belastung jedoch voraussagen und unsere Nutzer über die Risiken aufklären“, sagt Dmitry Solomentsev, Geschäftsführer und Mitgründer von AeroState.

Das Jungunternehmen wurde letztes Jahr mit finanzieller Hilfe von Mikhail Kokorichs, Gründer des privaten russischen Satellitenentwicklers Dauria Aerospace, ins Leben gerufen. Die Idee hinter AeroState besteht darin, Großstadtbewohnern anhand einer Auswahl von Schadstoffen wie Kohlenstoffmonoxid oder Schwefeldioxid sehr spezifische Informationen zur Luftverschmutzung in ihrer Umgebung zur Verfügung zu stellen.

„Unsere Prognose ermöglicht es zum Beispiel einer Mutter, für einen Spaziergang mit ihrem Kind ein anderes Stadtviertel zu wählen – denn die Luftqualität in Großstädten kann sogar in einem Umkreis von nur wenigen Kilometern variieren“, sagt Alexander Ganshin, einer der kreativen Köpfe des Projekts.

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