Klima-Investitionen
CO2-Speicherung: Konzerne wollen Klarheit

Durch die Speicherung von Treibhausgasen wollen die Energieversorger Deutschlands Kohlekraftwerke klimafreundlicher machen. Doch bisher fehlt für den Einsatz der Technologie die nötige Rechtsgrundlage. Bevor investiert werden kann, muss die Bundesregierung aktiv werden, fordern die Versorger. Doch in der Regierungskoalition hält sich die Begeisterung für die Technologie in Grenzen.

BERLIN. Der Energiekonzern Vattenfall treibt seine Anstrengungen für eine möglichst klimaschonende Kohleverstromung voran – und verlangt dabei mehr Unterstützung durch die Regierung. Seit September 2008 betreibt das Unternehmen eine Pilotanlage am Standort Schwarze Pumpe in Brandenburg, bei der die Technologie „Carbon Dioxide Capture and Storage“, kurz CCS, getestet wird. Ziel dabei ist, das Kohlendioxid gar nicht erst in die Atmosphäre gelangen zu lassen und es stattdessen in Deponien zu lagern.

Der Forschungsbetrieb der 30-Megawatt-Anlage ist auf fünf Jahre ausgelegt. Mit den Erkenntnissen will Vattenfall bis 2015 ein Demonstrationskraftwerk mit einer Leistung von mindestens 300 Megawatt im nahe gelegenen Jänschwalde bauen. Das sei der letzte Schritt zur Serienreife der Technik, sagt Tuomo Hatakka, Vorstandschef von Vattenfall Europe. Dabei verlangt er mehr Unterstützung von Seiten der Politik: „Der Betrieb von CCS-Kraftwerken erfordert Infrastruktur für Transport und Speicherung von CO2. Der Aufbau dieser Infrastruktur muss jetzt beginnen, um den Zeitplan halten zu können“, sagt Hatakka.

Nötig sei, dass eine entsprechende Rechtsgrundlage geschaffen werde. „Bislang tritt Vattenfall mit Investitionen von mehr als 200 Millionen Euro bei der Entwicklung in Vorleistung“, sagt Hatakka. „Das deutsche Demo-Kraftwerk kostet etwa eine Milliarde Euro. Ohne CCS-Gesetz werden wir weitere Investitionsentscheidungen dafür nicht treffen können.“

Doch in der Regierungskoalition hält sich die Begeisterung für CCS aus verschiedenen Gründen in Grenzen. Da sind zum einen die Proteste der Menschen vor allem in Norddeutschland gegen die Speicher, denn CO2 ist in hoher Konzentration giftig. Zum anderen - so wird in der Union spekuliert - erhöht sich ohne CCS der Druck für eine seit langem gewünschte Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken. Und die seien ja CO2-frei.

Vor dieser Taktik hatte sogar SPD-Umweltminister Sigmar Gabriel die Kohle-Gegner bei den eigenen Genossen gewarnt. Doch zumindest im Umweltflügel der SPD wird auch überlegt, dass ein Verzicht auf CCS dem Ausbau des Ökostroms helfen könne und zugleich den Einfluss der großen Versorger zurückdrängen könne. Angesichts solcher Vorbehalte dürften die Chancen für ein CSC-Gesetz noch in dieser Legislaturperiode gegen Null tendieren.

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