Klima-Orakel
Wie klimaschädlich sind Schnittblumen?

Leser fragen – Klima-Experten antworten. Diese Woche hat Beate Schlossnickel aus Bautzen nachgefragt, Dietrich Schulz vom Umweltbundesamt antwortet ihr.
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"Bei Schnittblumen ist vor allem zu beachten, unter welchen Bedingungen sie wuchsen und wie lang die Transportwege vom Gärtner zum Kunden sind. Die beste Klimabilanz haben Schnittblumen aus dem heimischen Garten. Auch Blumen aus der örtlichen Gärtnerei, die dort im Freiland oder im Gewächshaus ohne Beheizung gezogen wurden, kann man ohne Bedenken kaufen.

Für Schnittblumen, die im Handel gekauft werden, wäre zu beachten, wo sie angebaut wurden (Freiland oder Gewächshaus), wie lang die Transportwege waren (regionaler Anbau oder aus Übersee) sowie die Transportart (LKW oder Flugzeug). Letztlich spielt bei der Aufzucht in Gewächshäusern auch eine wichtige Rolle, wie diese beheizt werden (Gas, Biomasse oder Solarenergie).

Der Blumenhändler wird in der Regel lediglich zur Herkunft der Schnittblumen Auskunft geben können."

Silke Peters (Flower Label Program e.V.): "Unbestreitbar ist der Flugtransport der bedeutendste Faktor, wenn es um die Klimawirkung von Schnittblumen geht. Aber auch bei der regionalen Produktion gibt es erhebliche Unterschiede zwischen dem ausdrücklich umweltfreundlichen und dem konventionellen Anbau. Achten Käufer auf entsprechende Gütesiegel, ist dies ein eindeutiges Signal an die Branche. Unterstützt durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat der FLP e.V. hierzu ein Pilotprojekt entwickelt: www.blumen-natuerlich.de.

Die tatsächliche Klimawirkung kann sogar bei eingeflogenen Blumen günstiger sein: Im Winter, wenn es kaum regionalen Blumenanbau gibt, ist es trotz Flugtransport klimafreundlicher z. B. Rosen aus Kenia zu importieren als aus den Niederlanden. Denn in den Gewächshäusern in unseren Breiten fallen durch künstliche Wärme und künstliches Licht große Mengen CO2 an.

Erfüllen die Blumen zudem internationale Umwelt- und Sozialstandards, hat der Käufer eine verantwortungsvolle Entscheidung getroffen. Zumal ein innovatives Projekt von FLP-Produzenten aus Ecuador daran arbeitet, die ohnehin schon niedrigeren Belastungen der Produktion durch energieeffiziente Anbaumethoden weiter zu senken."

Redaktionshinweis: Nach einer Studie der Non-Profit-Stiftung Myclimate verursachen Produktion und Import von einem Kilogramm Schnittblumen aus einem unbeheizten Gewächshaus in Ecuador etwa zehn Kilo CO2. Die Bilanz aus dem beheizten holländischen Gewächshaus liegt bei rund 40 Kilo. Leider nicht im Winter erhältlich: Freilandblumen aus Deutschland. Sie verursachen lediglich zwei Kilogramm CO2.

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