Kraftwerkstechnik
Eon gibt CO2 in die Wäsche

Mit hohem Einsatz treibt die Energiewirtschaft die Forschung am CO2--freien Kohlekraftwerk voran. Der Düsseldorfer Konzern Eon will hier eine Vorreiterrolle einnehmen - und hat den Bau von drei weiteren Pilotanlagen beschlossen. Dafür greift das Unternehmen tief in die Tasche.

ROTTERDAM. Mit hohem Einsatz treibt die Energiewirtschaft die Forschung am CO2--freien Kohlekraftwerk voran. Europaweit arbeiten bereits die ersten Pilotanlagen - sie trennen das klimaschädliche Gas bei der Stromproduktion ab. Der Düsseldorfer Konzern Eon hat jetzt den nächsten Schritt getan und den Bau von drei weiteren Pilotanlagen beschlossen. Dafür will das Unternehmen noch einmal 30 Mill. Euro aufbringen.

Bislang hat Eon 70 Mill. Euro für vier Testanlagen eingeplant, von denen zwei schon laufen - in Rotterdam und in Südschweden - und zwei weitere in Kürze in Betrieb gehen sollen. Konkurrent Vattenfall will noch im Sommer in der Lausitz die erste Pilotanlage für ein Braunkohlekraftwerk starten und investiert dafür rund 70 Mill. Euro. Und RWE beginnt im Januar am Standort Niederaußem im Rheinland mit einer Versuchsanlage.

Die hektische Betriebsamkeit der Energiekonzerne ist verständlich. Durch die Klimaschutzdebatte sind ihre Kohlekraftwerke, mit denen sie heute rund die Hälfte ihres Stroms produzieren, in Misskredit geraten. Weil die Betreiber künftig viele Emissionszertifikate benötigen, die zum Ausstoß von CO2 berechtigen, drohen milliardenschwere Belastungen. Zudem schwindet die Bereitschaft, den Neubau von Kohlekraftwerken überhaupt noch zu genehmigen - das zeigt das Beispiel Hamburg, wo entsprechende Pläne Vattenfalls blockiert werden. Eon-Chef Wulf Bernotat bezeichnet die Entwicklung des CO2-freien Kohlekraftwerks als eine der größten Herausforderungen seiner Branche: "Wenn uns dies nicht gelingt, wird Kohle aus klimapolitischen Gründen keine gesellschaftliche Akzeptanz finden."

Dabei verfolgen die Versorger unterschiedliche Ansätze. RWE forscht an der Abscheidung des CO2 vor der Stromerzeugung. Vattenfall setzt direkt bei der Stromproduktion an, indem Kohle nicht mit Luft, sondern mit reinem Sauerstoff verbrannt wird. Eon dagegen treibt einen Ansatz voran, bei dem CO2 nach der Stromproduktion aus dem Rauchgas herausgewaschen wird - die einzige Technik, mit der bestehende Kohlekraftwerke nachgerüstet werden können. Bei den anderen Varianten müssen komplett neue Anlagen gebaut werden.

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