Leistungsstarke Windturbinen
Leicht in den Wind gestellt

Die Bremer Lloyd Dynamowerke entwickeln wartungsarme Antriebe für leistungsstarke Windturbinen. Die getriebelose Technik, auch für die hohe See geeignet, soll die Bewegung der Rotorblätter direkt in Strom umwandeln. Für die von hohen Rohstoffpreisen gebeutelte Branche sind Innovationen der Schlüssel zu Wachstum.

BREMEN. Das Versprechen klingt nach einer kleinen Revolution: Ingenieure der Bremer Lloyd Dynamowerke und der Universität Bremen haben einen sogenannten Transversalflussgenerator mit 50 Kilowatt Leistung für Windkraftanlagen entwickelt. Die Maschine arbeitet ohne störanfälliges Getriebe und wiegt bei gleicher Leistung bis zu 75 Prozent weniger als herkömmliche, direkt angetriebene Generatoren. Das erhöht die Zuverlässigkeit, spart Materialkosten und vereinfacht die Installation.

Spätestens in vier Jahren wollen die Lloyd Dynamowerke den Leichtbau-Generator für Großturbinen auf den Markt bringen. Die Industrie zeigt Interesse: Das Rostocker Unternehmen W2E will mit dieser Technik Windkraftanlagen mit über drei Megawatt Leistung bauen.

Der Antrieb weckt Hoffnung für die von hohen Rohstoffpreisen gebeutelte Branche. Bis 2020 sollen allein vor den deutschen Küsten 10 000 Megawatt Windleistung installiert werden. Das ist mit hohen Kosten verbunden: Stahl ist teuer und Transport, Installation und Wartung der Riesenflügler sind aufwendig. Für den Offshore-Einsatz auf hoher See entwerfen Ingenieure daher kompaktere Antriebe und Rotorblätter mit besserer Aerodynamik. Die EU hat zudem das Forschungsprojekt Upwind gestartet: Mit einem Budget von 22 Mio. Euro entwickeln 39 Firmen und Institute bis 2010 Design-Grundlagen von Zehn-Megawatt-Maschinen.

Die Lloyd Dynamowerke konzentrieren sich auf den Generator: „Wir setzen auf Direktantrieb mit vertretbarem Gewicht“, sagt Projektleiter Norbert Götschmann. Bei gängigen Antrieben beschleunigt ein Getriebe die Windenergie auf eine Drehzahl, die der Frequenz des Netzstroms entspricht. Die neue getriebelose Technik wandelt nun die Bewegung der Rotorblätter direkt in Strom um. Um den Generator leichter zu machen, nutzen die Bremer einen Trick: Sie verstärken das im Inneren herrschende Magnetfeld, indem sie mehr und stärkere Magneten einsetzen. Durch diese Verdichtung kann bei gleicher Größe mehr Kraft erzeugt werden. „Das könnte bei einer Fünf-Megawatt-Turbine das Gewicht des Generators von durchschnittlich 370 auf 100 Tonnen senken“, sagt Götsch-mann. Auch Turbinenentwickler W2E ist beeindruckt: „Mit der Technik können wir Anlagen leichter bauen und besser transportieren“, sagt Firmenchef Torsten Schütt.

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