Nach Leck
Japan hebt Atom-Warnstufe in Fukushima an

Ein erneutes Leck in der Atomruine Fukushima ist offenbar viel schlimmer als von den Behörden bislang angenommen. Die Atomaufsichtsbehörde hebt deshalb die Warnstufe an dem havarierten AKW gleich um zwei Stufen an.
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TokioWegen eines gefährlichen Lecks an einem Wassertank des havarierten Kernkraftwerks Fukushima hebt Japan die Atom-Warnstufe deutlich an. Die Krise soll auf der siebenstufigen internationalen Skala nun mit Stufe drei und damit als „ernsthafter Zwischenfall“ bewertet werden. Bisher lag sie lediglich auf Stufe eins ("Anomalität"), wie die Atomaufsicht des Landes am Mittwoch mitteilte.

Eine Kommission werde die Warnung im Tagesverlauf offiziell in Kraft setzen. Es ist das erste Mal seit der Kernschmelze nach dem Erdbeben 2011, dass Japan eine derartige Warnung ausspricht.

Die Aufsicht äußerte sich zudem besorgt darüber, dass möglicherweise weitere Lecks an den Speichertanks auftreten könnten, die nach dem Unglück rasch gebaut wurden. Am Dienstag hatte der AKW-Betreiber Tokyo Electric Power einräumen müssen, dass hochgradig verseuchtes Wasser aus einem Tank ausläuft. Das Leck ist immer noch nicht verschlossen.

Infolge des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 war das AKW verwüstet worden. Dabei kam es zu Kernschmelzen. Seither pumpen die Reparaturtrupps unentwegt Wasser zur Kühlung in die Reaktoren. Die dabei anfallenden riesigen Mengen verseuchten Wassers werden in Tanks gefüllt, die auf dem Gelände errichtet wurden.

Das verseuchte Wasser soll zwar aufbereitet werden, um es erneut zur Kühlung einzusetzen. Erschwerend hinzu kommt aber, dass jeden Tag Hunderte Tonnen Grundwasser in die Reaktorgebäude eindringen und sich mit dem kontaminierten Kühlwasser vermischen.

Das aus einem der Hunderten von Auffangtanks austretende Wasser enthält laut Tepco unter anderem Strontium, das Wissenschaftler auch als „Knochenkiller“ bezeichnen. Es schädigt das Knochenmark und kann Leukämie (Blutkrebs) auslösen.

Das Wasser ist nach Angaben der Atomaufsicht so stark verseucht, dass ein Mensch, der sich unmittelbar daneben aufhält, innerhalb einer Stunde das Fünffache der Strahlung abbekommt, die für AKW-Mitarbeiter innerhalb eines Jahres als gerade noch zulässig gilt. Nach zehn Stunden treten erste Anzeichen der Strahlenkrankheit auf wie Übelkeit und ein Rückgang der weißen Blutkörperchen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Leck: Japan hebt Atom-Warnstufe in Fukushima an"

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  • Siehe Wikipedia:


    Papier schirmt Alphastrahlung ab, Aluminiumblech schützt vor Betastrahlung, eine Massivwand (beispielsweise aus ca. 5 cm dickem Blei) schützt vor Gammastrahlung.

    Schönen Abend noch.

  • @ Vandale

    Sie Dummschwätzer haben keine Ahnung!
    Genehmigen sie sich doch mal einen kleinen Zug von mit Beta Strahlern verseuchtem Wasser!
    Mal sehen wie lange Sie noch leben!
    Der KGB hat mit solchen radioaktiven Substanzen einige Erfahrung in der "Anwendung"!
    Ist einfach nur noch erbärmlich was Sie hier an Kommentare ablassen!

    Das schlimmste daran ist das Sie nicht mal merken wie Sie sich lächerlich machen!

  • @ vandale

    Kriechen Sie bitte zurück in das Lobbyistenloch aus dem Sie rauskamen!

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