Pilotprojekt Agrophotovoltaik
Oben Energie, unten Kartoffeln

Landwirtschaftliche Flächen werden zunehmend für die Energiegewinnung genutzt. Als Ausweg aus der Konkurrenz zwischen Lebensmittelproduktion und Energieerzeugung testen Forscher jetzt eine Solaranlage in luftiger Höhe.
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HerdwangenThomas Schmid steht auf seinem Feld und schaut sich den Winterweizen an. Im Oktober wurde gesät, inzwischen sind die kleinen Pflänzchen rund zehn Zentimeter hoch. Wie sie sich entwickeln und wie viel Ertrag sie bringen, das wird der Landwirt ganz genau beobachten – und mit ihm Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) und der Uni Hohenheim.

Der Winterweizen ist Teil eines Pilotprojektes in Herwangen: Über den Pflänzchen ist in fünf Metern Höhe eine riesige Solaranlage angebracht. Die Idee dahinter: Über dem Acker soll Energie erzeugt, am Boden Weizen, Kartoffeln, Kleegras und Sellerie geerntet werden.

Die Versuchsfläche umfasst nach Angaben des ISE-Projektleiters Stephan Schindele rund 2,5 Hektar, die Forschungsanlage beansprucht etwa ein Drittel eines Hektars. Die restliche Fläche dient als Vergleich, dort werden die gleichen Pflanzen angebaut – aber ohne Solarpaneele.

Gefördert wird der seit September laufende Versuch vom Bundesforschungsministerium mit 2,8 Millionen Euro. Neben der Behörde sind noch weitere Partner dabei, zum Beispiel das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Elektrizitätswerke Schönau.

Die Stromerzeugung liege derzeit im grünen Bereich, sagt Schindele. „Was wir vorhergesehen haben, hat sich auch bestätigt.“ Für den Test wurden sogenannte bifaziale Module verwendet – sie können nicht nur die Sonneneinstrahlung von oben in Strom umwandeln, sondern über die Rückseite auch reflektierte Strahlung aufnehmen. „Derzeit haben wir acht Prozent mehr Stromertrag als bei herkömmlichen Modulen. Das ist ein Ergebnis, mit dem wir zufrieden sind.“

Für Thomas Schmid von der Hofgemeinschaft Heggelbach ist aber ebenso wichtig, dass die Landwirtschaft unter den Solarpanels möglichst störungsfrei funktioniert. Als die Forscher mit der Projektidee auf sie zugekommen seien, hätten sie erst einmal diskutiert, sagt der 61-Jährige. „Wie sieht das überhaupt aus, was für Folgen hat das für die Pflanzen, behindert uns das bei der Arbeit?“

Auch die Wissenschaftler mussten einige Fragen klären: Ist die Anlage sturm- und hagelfest, welche Kulturen kann man darunter anbauen und wie wirken sich Schatten und Niederschlag aus? Mit den letzten Fragen befasst sich auch Petra Hoegy: „Wir sind im Moment im Feld unterwegs und erfassen die Luft- und Bodenklimadaten auf dem Acker“, sagt die Professorin im Fachbereich Pflanzenökologie und Ökotoxikologie an der Universität Hohenheim.

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Naturschützer sehen die Technik positiv

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  • Das ist die Zukunft - genial!

  • Wie immer fehlt ein nachprüfbares Rechenbeispiel. Das viele Geschwurbel schreckt ab !

  • Es stellt sich die Hauptfrage ob die Kosten für Stützen und Struktur des Solarfeldes einen wirtschaftlichen Betrieb der umweltschädlichen Solaranlage innerhalb des heutigen Subventionsumfeldes erlauben.

    Erfrischend ist der Satz: " Zum einen gebe es energieintensive Unternehmen mit hoher Stromnachfrage. „Auf der anderen Seite sind die Potenziale der Stromerzeugung am Bodensee sehr eingeschränkt."

    Die Betriebe rund um den Bodensee benötigen bedarfsgerechten, frequenzstabilen Strom. Mit Zufallsstrom lassen sich Industriebetriebe nicht betreiben. Im Bodenseeraum kommt ein erheblicher Teil des Stroms aus dem umweltfreundlichen Kernkraftwerk Leibstadt (CH).

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