Rio+20-Gipfel
Ringen um kleine Fortschritte und große Ziele

Beim UN-Umwelt- und Nachhaltigkeitsgipfel Rio+20 gibt es alte Fronten, neue Herausforderungen und nur sehr wenig Zeit. Es geht um die „Zukunft, die wir wollen“ - und da scheiden sich die Geister.
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Rio de JaneiroIn Rio de Janeiro zeichnen sich schon vor der Eröffnung des UN-Gipfels für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz deutliche Grenzen und Konflikte ab. Nach monatelangen Verhandlungen rangen die Delegationen der 193 UN-Mitgliedsländer bis kurz vor Gipfelbeginn am Mittwoch um den Entwurf der Deklaration „Die Zukunft, die wir wollen“. Brasiliens Außenminister Antonio Patriota erklärte die Arbeiten an dem Text nach einer nächtlichen Marathon-Sitzung am Dienstag für beendet, doch vielen Ländern - darunter Deutschland - ist der Entwurf viel zu unambitioniert.

Die Fronten sind bekannt. Die Entwicklungsländer pochen für kostspielige Projekte zur nachhaltigen Entwicklung auf neue Ressourcen. Die von der Finanz- und Bankenkrise gebeutelten Industrieländer wehren sich dagegen mit Händen und Füßen gegen neue Töpfe. Umweltverbände verhehlen ihre Enttäuschung nicht und warnen vor einem Scheitern.

Die Anliegen des Gipfels in Rio sind dabei dringlicher denn je. Seit Jahrzehnten lebt die Welt über ihre Verhältnisse. Die Menschheit verbraucht die natürlichen Ressourcen 1,3 mal schneller als die Erde sie wieder regenerieren kann. Und das, obwohl rund 800 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, etwa eine Milliarde Menschen Hunger leiden und jeder Fünfte keinen Zugang zu Elektrizität hat. Und die Erdbevölkerung soll bis 2050 von derzeit sieben auf neun Milliarden Einwohner wachsen.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), der für Deutschland die Verhandlungen führt, sieht deshalb auch in der Konferenz eine „Schlüssel-Chance“ für die dringend notwendige Weichenstellung hin zur nachhaltigeren Entwicklung, das heißt auch: ressourcenschonendes und kohlenstoffarmes Wirtschaften. Doch dämpfte er nach dem Eintreffen in Rio zu hohe Erwartungen. „Bis zu einem Erfolg der Konferenz ist es noch ein langer Weg.“ Verstärkung erhält der erst seit vier Wochen amtierende Umweltressortchef in Rio von Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP).

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