Risiken bieten Ertragschancen
Finanzkonzerne könnten vom Klimawandel profitieren

Der Klimawandel bringt nicht nur Gefahren mit sich, sondern bietet auch attraktive Chancen für die Finanzmärkte – dies schreibt zumindest Deutsche Bank Research, die Strategieabteilung von Deutschlands größtem Geldinstitut, in einer Studie zum Thema „Klimawandel bewältigen“.

FRANKFURT. Zwar werde der Klimawandel Vermögensschäden, Ertragsschwankungen und hohe Klimaschutzkosten verursachen. Doch gerade bei klimabedingten Umweltkatastrophen oder extremen Wetterereignissen könnten die Investoren an den Finanzmärkten zu einer effizienten Verteilung der unvermeidbaren Risiken beitragen.

Und sich gleichzeitig eine hohe Rendite sichern. „Katastrophenanleihen bieten in der Regel Renditen, die drei- bis viermal so hoch sind wie die erwarteten Verluste“, sagt Studien-Autor Christian Weistroffer. Für solche Anleihen werden die Auswirkungen bestimmter Katastrophen, etwa eines Hurrikans, versichert, verbrieft und dann an die Kapitalmärkte weitergereicht. Tritt der Schadensfall ein, stehen die Käufer der Risiken gerade. Die Wertentwicklung der Papiere hält Weistroffer für weitgehend unabhängig von der Entwicklung anderer Anlageformen, was zur Risikostreuung beiträgt.

Bisher stecken diese Märkte jedoch in den Kinderschuhen: Das Volumen der verbrieften klimabedingten Katastrophenrisiken lag 2006 bei etwa 28 Mrd. Dollar und damit bei weniger als fünf Prozent des Gesamtmarkts. Den größten Teil der möglichen Belastungen tragen private Versicherer und Rückversicherer immer noch selbst.

Dabei sieht Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter die Versicherungen im Nachteil: „Kapitalmärkte haben bessere Chancen als Versicherer, mit solchen Risiken rational umzugehen.“

Auch das Verhindern von Katastrophen wird für Banken immer mehr zum attraktiven Geschäftsfeld. Laut der Studie von Deutsche Bank Research, führt das wachsende Interesse der Investoren bei klimafreundlichen Unternehmen zu niedrigeren Fremd- und Eigenkapitalkosten. Der Klimaschutz kann so günstiger finanziert werden.

Das hält John Llewellyn, Wirtschaftspolitikexperte der Investmentbank Lehman Brothers, für besonders wichtig. Der Fokus der Klimaschutzdebatte müsse sich weniger auf Technik- und Regulierungsfragen richten, sondern verstärkt auf wirtschaftliche Aspekte. Der Einsatz von Marktmechanismen könne die Kosten des Umweltschutzes deutlich senken, schreibt er in einer aktuellen Klimawandel-Studie des US-Hauses.

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