Umweltforscher
„Wir brauchen Richtlinien für eine nachhaltige Zukunft“

Die Zeit in der jeder in Sachen Umwelt sein eigenes Süppchen kocht, soll ein Ende haben. Forscher forderten auf einer Konferenz in London weltweit verbindliche Richtlinien, um die Erde zu schützen.
  • 2

LondonRund 2800 internationale Forscher haben in dem Abschlusspapier einer Konferenz in London verbindliche weltweite Richtlinien für den Umweltschutz gefordert. Wenn die Menschheit nicht sofort handle, sei die Erde „wie wir sie kennen“ bedroht, heißt es in Abschlusserklärung der Konferenz „Planet under Pressure“ (Planet unter Druck) am Donnerstag in London. Die Wissenschaftler fordern vom Weltgipfel Rio+20 im Juni in Rio de Janeiro eine weltweite Verpflichtung für menschen- und umweltgerechtes Wachstum.

„Die Zeit unumkehrbaren und dauerhaften Klimaveränderungen entgegenzuwirken läuft ab“, heißt es in der Erklärung zum Zustand des Planeten. Die Stärke der Luftverschmutzung und der Grad des ökologischen Wandels seien bedenklich und könnten zu katastrophalen Konsequenzen für die Weltbevölkerung führen.

Die Forscher präsentierten auf der viertägigen Konferenz Beweise, dass ein neues geologisches Zeitalter auf der Erde begonnen hat: Das „Anthropocene“, in dem der Mensch die Erde maßgeblich beeinflusse. „Seit den 1950er Jahren hat sich das Klima auf der Erde immer schneller verändert“, heißt es in der Erklärung, an der führende Wissenschaftler aus aller Welt beteiligt waren. „Die Handlungen der Menschheit beherrschen jetzt das Erd- und Ökosystem.“ Vergleichen könne man den Grad der Veränderungen mit der Eiszeit, nur dass es jetzt immer heißer auf der Erde werde.

Von der Ende Juni stattfinden UN-Konferenz fordern die Wissenschaftler „eine Verpflichtung zur weltweiten Nachhaltigkeit mit mehr Forschung, Aufklärung und Überwachung“. Sie tagt 20 Jahre nach dem Erdgipfel von Rio de Janeiro in derselben Stadt. Auf der ersten Rio-Konferenz entstanden unter anderem die Artenschutz- und die Klimakonvention, aus der 1997 das Kyoto-Protokoll hervorging.

„Die bisherigen internationalen Abkommen reagieren nicht schnell genug auf den globalen Klimawandel und den Verlust der Artenvielfalt“, kritisieren die Umwelt-Experten. „Technologische Innovationen alleine reichen nicht aus, um weltweit ein nachhaltiges System zu erreichen.“ Die UN-Konferenz in Rio im Juni sei eine Chance, „die die Welt in diesem kritischen Moment ergreifen muss“, heißt es in der PuP-Erklärung. „Wir brauchen Richtlinien für eine nachhaltige Zukunft und müssen Wissenschaft und Politik stärker miteinander verbinden.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Umweltforscher: „Wir brauchen Richtlinien für eine nachhaltige Zukunft“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Liebes Handelsblatt, habt Ihr es wirklich nötig, so einen Unsinn abzudrucken?
    Da reisen also 2800 Forscher (das kann also jedermann sein) natürlich mit Flugzeug und/oder Auto zu einer Konferenz und stellen fest, die Erde steht kurz vor der Apokalypse, wenn wir unseren Lebenswandel nicht grundlegend ändern.
    Diese sog. Forscher rufen dann gar ein neues geologisches Zeitalter aus. Wenn das so einfach geht, dann möchte ich hiermit nunmehr das Zeitalter des Öko- und Klimawahns ausrufen.
    Und wenn wir schon beim Rufen sind, dann rufe ich Ihnen, dem Handelsblatt zu: Bitte etwas hochwertigeren und auch im Hinblick auf die angeblich todsicher "kommende Klimaapokalypse" vielleicht einmal kritischeren Journalismus!

  • Genau, Öko-Diktatur jetzt.
    Kehret um! Tuet Buße! Kauft den Ablaßbrief!
    Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Klimafeuer springt...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%