Abwasserkanal durch das Ruhrgebiet
Von der Kloake zum natürlichen Fluss

Mit einem Milliarden-Projekt soll das Ruhrgebiet attraktiver werden. Die Emscher, die wasserwirtschaftliche Hauptschlagader eines der größten Ballungsgebiete Europas, soll von einem offenen Abwasserkanal wieder in einen lebendigen Fluss verwandelt werden.

HB ESSEN. „Wir bauen einen der längsten Abwasserkanäle der Welt“, sagt Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, „und verwandeln die stinkende Kloake wieder in ein natürliches Gewässer, an dem sich die Menschen wieder wohlfühlen können.“

Der Umbau der Emscher und ihrer Nebenläufe betrifft ein Einzugsgebiet von 865 Quadratkilometer und 2,3 Mill. Menschen. Mehr als 100 Jahre transportierte der Fluss das Abwasser aus der in der Region angesiedelten Schwerindustrie und aus den Haushalten in den Rhein. Für die Unternehmen und Städte war dies über Jahrzehnte die billigste und einfachste Lösung – für die Menschen, die in der Nähe des Flusses leben, war die Geruchsbelästigung zeitweise jedoch unerträglich. Mit dem Generationenprojekt will der Wasserverband nun den ungeliebten Fluss wieder zum Leben erwecken und der Region durch Renaturisierung der Ufer ein neues Gesicht geben.

Der Umbau des gesamten Abwassersystems wird auf 4,4 Mrd. Euro geschätzt. Laut einer Studie der Universität Duisburg-Essen soll das Projekt jährlich rund 2300 Arbeitsplätze schaffen beziehungsweise sichern. Von dem Projekt profitieren vor allem Firmen aus der Region. „Da für den Umbau Kenntnisse der Bodenbeschaffenheit und Erfahrungen mit dem Bergbau notwendig sind, kommen bei den Ausschreibungen vor allem mittelständische Firmen zum Zug, die sich hier gut auskennen“, sagt Stemplewski.

1,7 Mrd. Euro sind bereits seit Anfang der 90er Jahre investiert worden. Als erste Schritte des Umbauprojektes wurden zwei biologische Großkläranlagen gebaut und das Klärwerk an der Emschermündung erweitert. Die Anlagen reinigen seit 2001 im Verbund die Abwässer aus der Industrie und den Haushalten in der Emscherregion. Parallel wurde an den ersten Emschernebenläufen damit begonnen, Kanäle entlang der Gewässer zu bauen, über die das Abwasser künftig zur Emscher transportiert wird.

Lesen Sie auf Seite 2: Bau des 51 Kilometer langen Emscherkanals

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