Forschung + Innovation
Älteste Dinosaurierbabys der Welt in Südafrika identifiziert

Die ältesten Dinosaurierbabys der Welt stammen aus Südafrika: Ein internationales Forscherteam hat 190 Mill. Jahre alte Fossilien als älteste bekannte Landwirbeltier-Embryonen überhaupt identifiziert.

dpa JOHANNESBURG/WASHINGTON. Die ältesten Dinosaurierbabys der Welt stammen aus Südafrika: Ein internationales Forscherteam hat 190 Mill. Jahre alte Fossilien als älteste bekannte Landwirbeltier-Embryonen überhaupt identifiziert.

Dabei deuten die fehlende Zähne der etwa 15 Zentimeter großen Saurierskelette darauf hin, dass damals die Eltern ihren Nachwuchs versorgten, wie die Wissenschaftler im Fachjournal „Science“ (Bd. 309, S. 761) schreiben. „Sollte diese Interpretation korrekt sein, dann haben wir hier die ältesten bekannten Hinweise auf elterliche Fürsorge im fossilen Register“, meint Teamleiter Robert Reisz von der Universität Toronto (Kanada).

Die Saurierskelette gäben außerdem wichtige Aufschlüsse über die Entwicklung des bis zu fünf Meter großen Pflanzenfressers Massospondylus carinatus. Insgesamt fünf der bereits 1978 nahe dem Ort Rooidraai bei Clarens gefundenen Dinosauriereier enthielten die Skelette schlüpfbereiter Massospondylus-Embryonen. Erst mit heutiger Technik konnte die kanadische Forschungsassistentin Diane Scott sie jetzt in mühsamer, monatelanger Detailarbeit von umgebenden Fels- und Ei-Schichten befreien.

Zur Überraschung der Wissenschaftler entpuppte sich der Fund als wissenschaftliche Sensation. Denn während die ausgewachsenen Tiere überwiegend als Zweifüßer unterwegs waren, weisen die Embryonen zahlreiche Merkmale von Vierfüßern auf, etwa einen kurzen Schwanz, einen langen, gestreckten Nacken und einen großen Kopf. Die Experten vermuten, dass der Hals nach dem Schlüpfen der Tiere dann schneller wuchs als Kopf und Vorderbeine.

Besonders faszinierend nennt Reisz die nun entstehende Möglichkeit, anhand anderer Skelettfunde von Massospondylus- Dinosauriern diverser Altersgruppen eine Wachstumskurve zu entwerfen. „Die Ergebnisse haben größere Auswirkungen auf unser Verständnis darüber, wie diese Tiere wuchsen und sich entwickelten“, betont der Forscher. So ergebe sich nun auch die Möglichkeit, andere Saurierarten und deren Entwicklung besser einzuordnen. An den Arbeiten waren auch Wissenschaftler der Smithsonian Institution in Washington (USA) sowie der Witwatersrand-Universität in Johannesburg (Südafrika) beteiligt.

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