Auch BMW engagiert sich
Autobauer mischen bei Yachten mit

Ein neues Reglement sollte eigentlich für mehr Chancengleichheit beim prestigeträchtigsten Segel-Wettbewerb der Welt, dem America´s Cup, sorgen – doch der eingeschränkte Spielraum spornt die Boots-Bauer eher an, einen gigantischen Aufwand bei der Konstruktion der Yachten zu betreiben. Die Entwicklung der High-Tech-Boote ist vergleichbar mit dem Bau von Formel-1-Rennwagen. Und die Teams setzen auch zunehmend auf das Know-how aus dem Automobilbau.

KÖLN. Rund fünf Millionen Dollar kostet ein neues Boot, zehn Tausende Ingenieurs-Stunden fließen in die Konstruktion. Neben den Millionen-Etats der Teams gibt es allerdings noch weitere Parallelen zwischen der Königsklasse des Segelns und dem Automobilsport. Wie Rennwagen müssen die Yachten gleichzeitig leicht und dabei äußerst stabil sein. Leichtigkeit sorgt für Schnelligkeit, und Stabilität wird benötigt, um den gewaltigen Kräften auf dem Meer zu trotzen. Schließlich hat das Boot gleich gegen zwei Naturgewalten zu kämpfen, gegen das Wasser und den Wind.

„Auch für den Autobau sind Leichtigkeit und Stabilität zentrale Herausforderungen“, sagt Raymond Freymann, Geschäftsführer der BMW Group Forschung & Technik. Der Automobilkonzern beteiligt sich mit dem BMW Oracle Team am America´s Cup 2007, der im nächsten Jahr vor Valencia entschieden wird. „Die Fahrt einer Segelyacht ist physikalisch äußerst komplex, dennoch können wir unser im Automobilbau erworbenes Leichtbau-Know-how fast Eins zu Eins auf die Anwendung im Yachtbau transferieren“, sagt Freymann.

BMW sieht sich nicht nur als Geldgeber des Teams: Vier Ingenieure hat der Münchner Konzern in die Bootswerft nach Seattle und in die Team-Base nach Valencia entsendet, um den Bau einer siegfähigen Yacht zu unterstützen.

Wichtigster Werkstoff für die America´s Cup-Yachten ist Carbon: Matten aus verwobenen Kohlefasern werden in Harz getränkt und bei Unterdruck in einem speziellen Backofen ausgehärtet. An welchen Stellen des Bootes wie viele Matten verwendet werden und wie diese angeordnet sein müssen, das sind zentrale Fragen bei der Konstruktion eines Bootes. „Wir berechnen dies mit speziellen Analyseprogrammen und einer Leichtbau-Software, die wir für den Automobilbau entwickelt haben“, sagt Freymann. Eine wichtige Grundlage für die Ermittlung der idealen Struktur ist Datenmaterial von den Trainingsfahrten der Boote. Rund 100 Sensoren messen ständig die Belastung aller wichtigen Stellen an der Yacht.

Seite 1:

Autobauer mischen bei Yachten mit

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%