Außeneinsatz
Kosmonauten verlassen ISS

Zwei russische Kosmonauten an Bord der internationalen Raumstation (ISS) sind am Donnerstag zu einer ungewöhnlichen Mission ins All ausgestiegen. Ihre Aufgabe: Das Abmontieren eines von insgesamt fünf Sprengbolzen an der angekoppelten Sojus-Kapsel.

HB MOSKAU. Er soll dann zur Untersuchung auf die Erde zurückgebracht werden. Der Ausstieg von Sergej Wolkow (35) und Oleg Kononenko (44) verzögerte sich um 40 Minuten, da zunächst keine Funkverbindung zur Erde bestand. Die beiden Russen verließen die ISS gegen 21.00 Uhr MESZ und sollen nach sechsstündigem Einsatz in die Station zurückkehren.

Russische Experten vermuten, dass der Bolzen, der beim Landeanflug die Kapsel von einem Antriebsmodul abtrennen soll,schadhaft sein könnte. Bei den letzten beiden Landungen von Sojus-Raumkapseln auf der Erde im April dieses Jahres und im Oktober des Vorjahres war es möglicherweise wegen eines Defekts dieser Vorrichtung zu Pannen gekommen. Die Landungen verliefen äußerst hart. Wolkow und Kononenko sollten zunächst mit einem Messer eine Thermalhülle über dem Bolzen entfernen und ihn dann von einem Gemenge von Zündkabeln abkoppeln. Danach sollte die Vorrichtung für den Transport in einem sprengsicheren Behälter verstaut werden.

Üblicherweise werden die nicht ungefährlichen Außeneinsätze noch auf der Erde genau durchgeplant und geübt. Wolkow und Kononenko müssen dagegen bei ihrem Einsatz improvisieren, da vor ihrem Start zur ISS der Bolzen noch nicht als mögliche Fehlerursache identifiziert war. In den Hallen der russischen Flugkontrolle blicken die Techniker mit besonderer Spannung auf den Einsatz ihrer Landsleute. Sowohl für Kononenko als auch für Wolkow ist der Aufenthalt auf der ISS der erste Weltraumeinsatz überhaupt.

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