Forschung + Innovation
Bakteriengifte lassen Asthma eskalieren

Giftstoffe aus Bakterien lassen bei Allergie- Patienten das Asthma eskalieren. Die so genannten Superantigene könnten sogar für einen Großteil der Asthma-Todesfälle verantwortlich sein, berichteten Experten am Mittwoch beim Welt-Allergie-Kongress in München.

dpa MüNCHEN. Giftstoffe aus Bakterien lassen bei Allergie- Patienten das Asthma eskalieren. Die so genannten Superantigene könnten sogar für einen Großteil der Asthma-Todesfälle verantwortlich sein, berichteten Experten am Mittwoch beim Welt-Allergie-Kongress in München.

Die Stoffe würden von dem Bakterium Staphylokokkus aureus freigesetzt, das bei etwa einem Drittel der Bevölkerung nachweisbar sei. In den meisten Fällen verursache der Staphylokokken-Befall keine Probleme, sagte der belgische Mediziner Professor Claus Bachert. Bei Menschen mit schweren Atemwegserkrankungen wie Nasennebenhöhlenentzündung oder Asthma könnten diese Bakterien jedoch sehr schädlich sein. Sie setzen Giftstoffe frei, die als so genannte Superantigene eine besonders große Anzahl der Abwehr-Zellen des Immunsystems „scharf“ stellen. Die Folge sei eine massive Entzündungsreaktion. Bei Asthmakranken könne dies dazu führen, dass die Krankheit außer Kontrolle gerate und auch mit Kortison nicht mehr zu behandeln sei.

Superantigene könnten Ursache für einem großen Teil der etwa 2 700 Asthma-Todesfälle pro Jahr in Deutschland sei, vermutete Bachert. „Mit Antibiotika allein bekommen wir das Problem nicht ausreichend in den Griff. Möglicherweise kann zukünftig eine Impfung verhindern, dass eine Nasennebenhöhlenentzündung oder Asthma bronchiale mit fatalen Folgen eskalieren.“ Derzeit werde fieberhaft daran gearbeitet, eine wirksame Waffe gegen Staphylokokken-Infektionen beziehungsweise die Superantigene zu finden.

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