Bildung
KMK-Präsidentin: Jungen in den Schulen besser fördern

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Ute Erdsiek-Rave (SPD), hat die Schulen aufgefordert, auch die Jungen besser zu fördern.

dpa BERLIN. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Ute Erdsiek-Rave (SPD), hat die Schulen aufgefordert, auch die Jungen besser zu fördern.

„Jungen zählen heute weitaus häufiger zu den Bildungsverlierern und Schulverweigerern“, sagte die schleswig- holsteinische SPD-Bildungsministerin in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) anlässlich einer KMK-Fachtagung zur „geschlechtergerechten Schule“ in Berlin.

So hätten Jungen heute in der Schule deutlich weniger Erfolge als Mädchen, sagte die Bildungsministerin. Zwei Drittel aller Schulabbrecher und drei Viertel der Sonderschüler seien männlich. Auch blieben Jungen häufiger als Mädchen sitzen. In der Grundschule erhielten sie trotz gleicher Kompetenzen oft schlechtere Noten als Mädchen. Und auch beim Abitur hätten inzwischen die Mädchen die Nase vorn: 56 Prozent der Abiturienten seien heute weiblich.

Den Schulen gelinge es „häufig nicht, Mädchen und Jungen gleichermaßen zu fördern“, bedauerte die KMK-Präsidentin. Besonders Jungen aus bildungsfernen oder einkommensschwachen Familien oder aus Migrationsfamilien hätten „ein hohes Risiko, im deutschen Bildungssystem zu scheitern“.

Dabei sollten Mädchen und Jungen die Schule als einen Ort erleben, „der für sie da ist, der auf ihre Bedürfnisse eingeht - auch auf die geschlechterbedingten“, sagte Erdsiek-Rave. Schule solle Jungen wie Mädchen Selbstbewusstsein vermitteln. Dazu gehöre auch, dass Mädchen im späteren Berufsleben oder auch an der Universität selbstbewusster ihre gute Vorbildung nutzten. Leider entscheide sich nach wie vor der größte Teil der jungen Frauen „für ein schmales Spektrum "weiblicher" Berufe, oft im Erziehungsbereich“.

Pädagogik- und Erziehungsberufe verweiblichten in einem Maße, dass sie für Männer immer weniger in Frage kämen, sagte Erdsiek-Rave. Dabei seien jedoch gerade in der Erziehung und in der Bildung „mehr männliche Kompetenzen wünschenswert“. Eine „Männerquote“ für Kindergärten und Schulen lehnte die Ministerin jedoch als nicht praktikabel ab.

Bei der Fachtagung diskutieren Erziehungswissenschaftler, Lehrer und Jugendforscher über die Anforderungen an eine „geschlechtergerechte Schule“.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%