Biometrie
Autos nehmen Fahrer ins Visier

Das "sehende Auto" soll bald zum Alltag auf unseren Straßen gehören. Denn wenn Autos das Gesicht des Fahrers erkennen, bringt das mehr Komfort und vor allem Sicherheit. Zukünftig soll die Technik eingreifen, wenn der Fahrer einschläft oder Fehler macht. BMW will sogar noch weiter gehen.

BERLIN. David Hasselhoff machte es in der US-Serie Knight Rider vor: Sein Wagen (namens "Kid") erkannte ihn beim Einsteigen, fuhr Spiegel, Sitze und Lenkrad in die richtige Position und legte beim Start die Lieblingsmusik auf. Das sehende Auto könnte bald auch in der Realität zum Alltag gehören. Mit modernen Gesichtserkennungssystemen wollen Forscher Fahrer vor Sekundenschlaf bewahren und ihnen mehr Komfort bieten.

Der Autokonzern BMW treibt in einem Forschungsprojekt die biometrische Fahrererkennung voran. Zwar sind heute schon Einstellungen wie die Sitzposition auf dem Zündschlüssel gespeichert, doch dies funktioniert nur für einen Fahrer. Via Gesichtserkennung kann der BMW der Zukunft auch mehrere Personen identifizieren.

Im Gegensatz zu bisherigen Lösungen muss sich der Fahrer nicht umständlich über einen Fingerabdruck authentifizieren. Ein beiläufiger Blick in die Infrarotkamera genügt. Das System vergleicht markante Gesichtsmerkmale mit eingespeicherten Daten. Dazu gehören die Augenhöhlen, die Region um die Wangenknochen und die Seitenpartien des Mundes. Ein Gitternetz über der Aufnahme des Gesichts lokalisiert Position, Abstand und Lage zueinander.

Doch BMW hat noch weitere Pläne. In einem Prototypen erprobt der Konzern bereits die nächste Ausbaustufe. Darin verbindet das System die Gesichtserkennung mit Telefonbuch, Adressverzeichnis des Navigationssystems und Wegfahrsperre - und geht so weiter auf individuelle Bedürfnisse ein. Noch stellt das Licht die Entwickler vor Herausforderungen: "Das Problem sind die Infrarotkameras, die gut in Gebäuden mit gleichbleibenden Lichtverhältnissen funktionieren, doch im Auto bei unterschiedlichem Sonnenlichteinfall und Schlagschatten auf dem Gesicht an Grenzen stoßen", sagt BMW-Sprecherin Katharina Bölsterl.

Erste videobasierte Assistenzsysteme gibt es schon auf dem Markt - allerdings auf einfachem Niveau. Hersteller wie Mercedes, Audi, VW oder Volvo rütteln buchstäblich über das Lenkrad oder einen Warnton den Fahrer wach, wenn dieser einnickt. Und kamerabasierte Spurhalteassistenten gehören heute schon in jeden Sonderausstattungskatalog.

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