Brunnenbau
Neue Technik erleichtert Wassersuche

Eine neue Bohrtechnik soll künftig den Bau von Brunnen einfacher machen. Der von deutschen Ingenieuren entwickelte Bohraufsatz spart bis zu 40 Prozent der Kosten einer herkömmlichen Bohrung. Konsequent setzen die Entwickler vor allem auf Kunden aus Entwicklungsländern.

HB DÜSSELDORF. Künftig reicht eine Bohrung bei der Suche nach wasserführenden Schichten für den Brunnenbau. Bisher muss bei einer negativen Wasserprobe an anderer Stelle neu gebohrt werden.

Der sogenannte Fluid Finder besteht aus einem Edelstahlrohr mit mehreren Filterlöchern das zwischen Bohrgestänge und Bohrkopf geschraubt wird. Mit dem einfachen Gerät kann der Geologe vor Ort Wasserproben aus verschiedenen Tiefen, den so genannten Testhorizonten, entnehmen und bei schlechter Wasserqualität in demselben Loch weiterbohren lassen, ohne dass die nächsten Proben kontaminiert sind. „Neben der Schonung der Umwelt ermöglicht unser Bohrsystem eine Kostenersparnis von bis zu 40 Prozent gegenüber traditionellen Bohrverfahren“, sagt EDI-Geschäftsführer Christan Runge.

Die Technik wurde bereits in Namibia, Indien und Deutschland eingesetzt. „Das Fluid-Finder-System hat sich in einem Test beim Bau einer unserer Brunnen bewährt“, bestätigt Peter Scherer, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Gelsenwasser. Der pensionierte Wasserexperte, der EDI nun ehrenamtlich berät, sagt, er sei zunächst skeptisch gewesen, inzwischen sei er aber von der Einfachheit der Technik begeistert.

Allerdings sei der Fluid Finder für den Einsatz in Deutschland uninteressant. Aber für Länder, in denen man mehrere Schichten durchbohren müsse, um auf eine Wasserquelle mit Trinkwasserqualität zu stoßen, sei die Entwicklung ein Gewinn, sagt Scherer.

Inzwischen hat EDI den ersten Firmen-Kunden gewonnen. Das Unternehmen wird zusammen mit einem Brunnenbauer vor Ort für Coca-Cola Beverages Pakistan nach einer geeigneten Produktionsstätte für eine Großabfüllanlage in Pakistan suchen. EDI stellt dafür sein Projektteam bestehend aus Projektleiter, Geologe und Bohrmeister zur Verfügung. Geplant sind insgesamt vier Bohrungen mit einem Auftragsvolumen von rund 80 000 Euro.

Um die Technik künftig breiter zu vermarkten, will Runge versuchen, Bohrunternehmen in Afrika und verschiedenen Schwellenländern zu gewinnen, den Fluid-Finder in einem Lizenzmodell zu nutzen.

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