„Denttabs“ in vielen Belangen überlegen
Zahnärzte erfinden die Putztablette

Zahnmediziner der Universität Witten-Herdecke haben eine Tablette entwickelt, die in Zukunft die herkömmliche Zahnpasta ersetzen könnte.

HB/wsa/mx DÜSSELDORF. Miterfinder Peter Gängler, Dekan der Wittener Fakultät für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde, hält die so genannten „Denttabs“ der Paste gegenüber in vielen Belangen für überlegen. „Denttabs“ hätten vor allem den Vorteil, dass schützende Substanzen wie Fluorid-Verbindungen konzentrierter und auch haltbarer in eine Tablette verpackt werden könnten. Vor dem Putzen müsse die Zahnpille nur kurz zerkaut werden.

„Mir ist aufgefallen, dass es seit etwa 100 Jahren in diesem Bereich im Grunde keine Innovation mehr gegeben hat“, sagt Gängler. Mit seiner Putztablette umgeht er nun zahlreiche Nachteile der klassischen Paste. Durch den hohen Wasseranteil von mehr als 50 Prozent seien die Tuben relativ schwer. Zudem träten alle Inhaltsstoffe miteinander in Reaktion. Ein weiterer unangenehmer Nebeneffekt ist die geringe Haltbarkeit der wässrigen Mischung und die damit verbundene großzügige Beimischung von Konservierungsstoffen. Ob eine Tablette auch den Verbraucher überzeugen kann, untersuchten Gängler und Kollegen in einem Praxistest. Dieser sei erfolgreich verlaufen.

Außerdem sei die feste Tablette gut anzupassen für verschiedene Zielgruppen: Fruchtgeschmack für Kinder, erhöhter Vitamin-C-Gehalt für Menschen mit geringer Speichelproduktion, Denttabs speziell für Raucher – alles scheint möglich, auch farblich. Jetzt haben die Erfinder Reiseunternehmen, Hotelketten und die Bundeswehr als Abnehmer im Visier. Anders als die Tube passe die Zahnpille in jede Tasche. Zusammen mit der Berliner Prodentum Dentaltechnik GmbH wird derzeit der Vertrieb aufgebaut. Das Produkt ist bereits im Handel erhältlich.

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