Deutsche Patienten sind laut einer umstrittenen Studie unterversorgt mit der Wirkstoffgruppe der Triptane
Merck & Co forciert neue Migränemittel

Das Pharmaunternehmen MSD Sharp & Dohme, Tochter des amerikanischen Merck-Konzerns, versucht, durch eine Werbeoffensive den Markt für die neuen Anti-Migränemittel der Wirkstoffgruppe der Triptane zu erweitern.

DÜSSELDORF. Die von MSD getragene Initiative „Aktiv gegen Migräne“ vermittelt anhand einer internationalen Umfrage, der so genannten MELT-Studie, das Bild einer deutlichen Unterversorgung deutscher Migräniker mit Triptanen.

Triptane sind so genannte Serotoninrezeptoragonisten. Das bedeutet, sie aktivieren die Serotoninrezeptoren, also die Andockstellen der Botenstoffe für den Austausch zwischen den Zellen des zentralen Nervensystems. Triptane führen dadurch eine Verengung der großen Blutgefäße in der Hirnhaut herbei. Der Migräneschmerz beruht nämlich auf der Ausweitung der Gefäße, die eine Reizung der umliegenden Nerven bewirkt.

Nach der im Auftrag des Mutterkonzerns Merck & Co erstellten Studie nehmen nur zehn Prozent der Betroffenen in Deutschland Triptane, verglichen mit einem Spitzenwert von 50 Prozent in Schweden. Die Verordnungen haben zwar allein in Deutschland von 2002 auf 2003 um 13 Prozent zugenommen, doch tummeln sich mittlerweile sieben sehr ähnliche Triptanvarianten auf dem Markt. Die Unterschiede zwischen den konkurrierenden Arzneimitteln sind dabei relativ gering. Das erste Präparat „Imigran“ von Glaxo Smithkline mit dem Wirkstoff Sumatriptan ist daher immer noch das verbreitetste.

Für Merck und seine deutsche Tochter MSD könnte noch ein anderer Grund für die gesteigerten Vermarktungsanstrengungen hinzukommen: Der Umsatz des Konzerns in der Sparte entzündungshemmende Mittel und Schmerzmedikamente hat 2004 deutlich von 2,7 auf 1,8 Mrd. Dollar abgenommen, vor allem auf Grund des Skandals um die gefährlichen Nebenwirkungen des Schmerzmittels Vioxx. Die deutsche Tochter MSD verzeichnete 2003 und 2004 Umsatzrückgänge um 15,8 und 9,5 Prozent.

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