Die späte Anerkennung ist ihm peinlich
Porträt: Yves Chauvin

Für Yves Chauvin war der Chemie-Nobelpreis ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk. Am 10. Oktober wird der 1930 geborene Wissenschaftler 75 Jahre alt. Doch die späte Ehrung seines Werks ist ihm „ausgesprochen peinlich“.

dpa PARIS. Zur Preisverleihung will er nicht nach Stockholm kommen. „Ich war immer in der angewandten Forschung und habe meine Entdeckungen vor 35 Jahren gemacht“, sagte Chauvin der dpa. „Damals haben mich meine Erkenntnisse sehr bewegt.“ Doch nach zehn Jahren Ruhestand bedeute ihm der Nobelpreis, den er ohne die spätere Arbeit der US-Forscher nicht bekommen hätte, nichts mehr. „Ich möchte jetzt meine Ruhe haben.“

Mehr Freude hatte Chauvin an der Carl-Engler-Medaille, die ihm 1994 von der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle für die „Katalyse und deren industrielle Umsetzung in Prozesse der Raffinerietechnik und Petrochemie“ verliehen wurde. Im Mittelpunkt seines Interesses stand stets der praktische Nutzen seiner Erkenntnisse für die Öl- und Chemieindustrie. Fast sein ganzes Forscherleben hat Chauvin am Französischen Erdölinstitut (Institut Français du Pétrole) bei Paris gewirkt. Heute ist er dessen Ehren- Forschungsdirektor und gehört zudem der Akademie der Wissenschaften des Institut de France an.

Als achter französische Träger des Chemie-Nobelpreises tritt Chauvin in die Fußstapfen illustrer Vorgänger wie Marie Curie (1911). „Chauvin ist ein Pionier der frühen Tage“, sagt Alois Fürstner, Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung. „Er hat den Schlüssel zum Verständnis des Reaktionsmechanismus geliefert. Die Chauvin-Mechanismen sind seit vielen Jahren Lehrbuch-Wissen."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%