Forschung + Innovation
Doppeltest verbessert Diagnose von Gebärmutterhalskrebs

Durch eine Kombination von zwei Früherkennungstests lässt sich die Diagnose von Gebärmutterhalskrebs deutlich verbessern.

dpa TüBINGEN. Durch eine Kombination von zwei Früherkennungstests lässt sich die Diagnose von Gebärmutterhalskrebs deutlich verbessern. Das sei das Ergebnis einer europäischen Studie mit rund 35 000 Frauen, sagte der Virologe Thomas Iftner am Montag anlässlich einer Konferenz über Gebärmutterhalskrebs in Tübingen.

Der Doppeltest sorge für eine höhere Sicherheit, ermögliche eine Verlängerung der Untersuchungsintervalle von einem auf drei Jahre und senke die Kosten deutlich.

In der bisherigen Früherkennungspraxis machen Ärzte meist nur einen so genannten PAP-Test. Der ist benannt nach dem amerikanischen Arzt George Nicholas Papanicolaou, der eine Methode zur Beurteilung von Zellen entwickelte. Ärzte entnehmen dabei Zellen aus dem Gebärmutterhals und untersuchen, ob sich an ihnen Veränderungen feststellen lassen. Mit dem HPV-Test auf Papillomviren können Ärzte zudem feststellen, ob eine Infektion mit diesen Erregern vorliegt, von denen einige Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Da eine Virusinfektion allerdings nicht unbedingt zu einer Tumorbildung führt, ist den Angaben zufolge der PAP-Test weiterhin nötig. Nur so lässt sich sagen, ob eine krankhafte Veränderung der Gebärmutterhalszellen vorliegt und eine Behandlung notwendig ist.

Über einen Zeitraum von zehn Jahren untersuchten Mediziner 35 000 Frauen in Deutschland, England, Frankreich, Dänemark, Schweden und Spanien. Weniger als ein Prozent der Patientinnen sowohl mit negativem HPV- als auch PAP-Test entwickelte dabei Vorstufen eines Gebärmutterhalskrebses. Von den Frauen mit negativem PAP- und positivem HPV-Test entwickelten bis zu 17 Prozent Tumorvorstufen. Waren beide Tests positiv, stellten Ärzte bei 45 Prozent der Patientinnen ein Krebsvorstadium fest.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%