Durch regelmäßiges Zwischenladen der Batterien sind die Busse schnell wieder einsatzbereit
Harry-Potter-Technologie für Busse

Der italienische Bushersteller Eco Power Technology hat mit der deutschen Firma Wampfler für die städtischen Verkehrsbetriebe in Genua ein speziell angepasstes Nahverkehrssystem entwickelt: Elektrobusse werden wie von Geisterhand mit Energie versorgt.

GENUA. Große Steigungen von 18 % sind für den kleinen Bus kein Problem. Fast lautlos zieht das Gefährt die steile Rampe hinauf zur Klinik. Patienten und Besucher steigen aus, Ärzte ein. Auf der Abfahrt durch die engen Hangpisten rund um das Krankenhaus San Martino kann der Bus wieder Kraft tanken: Die Bremsenergie fließt zurück in die Batterien. Der eigentliche Clou wartet jedoch an der Endhaltestelle. Zentimetergenau bringt der Busfahrer seinen Untersatz in die gewünschte Parkposition, drückt einen Knopf und sorgt damit dafür, dass die Batterien des Busses wieder geladen werden. Das dauert nur zehn Minuten, danach startet der Fahrer zu seiner nächste Tour über die 2,4 Kilometer lange Strecke.

Wo der Strom für die Akkus herkommt, bleibt für den Beobachter ein Rätsel. Weder Drähte noch Kabel führen zum Bus, und doch erhält das Fahrzeug genug Energie für jede neue Tour. „Für mich ist das reine Harry-Potter-Technologie“, witzelt Thomas Zangerl vom Bushersteller Eco Power Technology (EPT) aus dem italienischen Nave. Zusammen mit der deutschen Firma Wampfler aus Weil am Rhein hat EPT für die städtischen Verkehrsbetriebe in Genua ein speziell angepasstes Nahverkehrssystem entwickelt. EPT baute die Busse, Wampfler die Energieübertragungstechnik.

„Wir suchten nach einem Transportmittel, das auf dem Krankenhausgelände weder großen Lärm noch Abgase verursacht“, erklärt Enrico Barberis, Entwicklungsleiter beim Genueser Verkehrsunternehmen Azienda Mobilità e Trasporti (AMT). Eine typische Aufgabe für eine Elektrobuslinie. Das Problem war jedoch, konventionelle batteriebetriebene E-Busse hätten auf der bergigen Strecke nicht lange durchgehalten. Zum Aufladen hätten die Akkus stundenlang an die Steckdose im Betriebshof gemusst, ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.

Die Lösung bot Wampfler mit seinem Inductive-Power-Transfer-(IPT)-System, der Energieübertragung mittels Induktion. Die Batterien des Busses werden an der Endhaltestelle zwischengeladen. Dabei erzeugt eine Primärspule in der Straße ein Magnetfeld. Dieses wird mittels einer Sekundärspule, die in einer absenkbaren Halterung unter dem Busboden montiert ist, aufgenommen. Der elektrische Strom fließt durch einen Gleichrichter gesteuert in die Batterien. Die Energie wird also quasi durch die Luft transportiert. Vorteil: Das Ladesystem ist unabhängig von der Witterung. Die Energieübertragung funktioniert selbst durch Wasser, Eis oder Schnee. Weil auch Beton oder Teer den Ladevorgang nicht behindern, kann die Ladestation in einen Betonklotz gegossen werden, der ebenerdig in die Straße eingelassen wird.

Seite 1:

Harry-Potter-Technologie für Busse

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%