Forschung + Innovation
Einmaliges Vorsorgeprojekt: Schwarzer Hautkrebs doppelt so häufig

Der gefürchtete schwarze Hautkrebs ist nach Angaben der Deutschen Krebshilfe wahrscheinlich doppelt so häufig wie angenommen.

dpa KIEL. Der gefürchtete schwarze Hautkrebs ist nach Angaben der Deutschen Krebshilfe wahrscheinlich doppelt so häufig wie angenommen. Das hat ein weltweit einzigartiges Früherkennungsprojekt mit 366 000 Teilnehmern in Schleswig-Holstein ergeben, wie die Krebshilfe zum Projektabschluss am Mittwoch in Kiel berichtete. Nach neuesten Hochrechnungen des schleswig-holsteinischen Krebsregisters erkranken demnach jährlich etwa 22 000 Menschen in Deutschland am Malignen Melanom. Bislang waren die Experten von rund 11 000 Fällen pro Jahr ausgegangen.

Alle Hautkrebsarten zusammengezählt, sei mit 140 000 neuen Fällen pro Jahr zu rechnen, teilte Krebshilfe mit. Bislang sei von einer Gesamtzahl von 100 000 bis 120 000 Fällen ausgegangen worden, sagte Sprecherin Eva Kalbheim. In dem landesweiten Früherkennungsprojekt seien 3 000 Hautkrebserkrankungen frühzeitig entdeckt worden, viel mehr als erwartet. Alles spreche dafür, Menschen vom 20. Lebensjahr an routinemäßig auf Hautkrebs testen zu lassen. Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Gitta Trauernicht (SPD) sprach sich dafür aus, den Hautkrebstest zur Kassenleistung zu machen.

44 Prozent der beim Hautkrebstest entdeckten Melanome seien so frühzeitig erkannt worden, „dass sie problemlos durch einen kleinen operativen Eingriff entfernt werden konnten“, hieß es. Weitere Schäden hätten verhindert und die Gesundheit und Lebensqualität der Betroffenen schnell wieder hergestellt werden können. Langfristig seien auch Kosten gespart worden.

Für ein flächendeckendendes Angebot während des Hautkrebstests von Juli 2003 bis Juni 2004 sorgten 1 673 speziell geschulte Ärzte. Sie überwiesen knapp 59 000 der 366 000 Teilnehmer mit einem Hautkrebs- Verdacht zum Dermatologen. 74 Prozent der Testpersonen waren Frauen.

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