Elektrisches Fahrrad
Eingebauter Rückenwind

Aufsitzen, nur zart die Pedale streicheln, und schon schnurrt es fast von selbst los - über Berg und Tal und Stock und Stein. Was ursprünglich für muskelschwache, eher faule Zeitgenossen gedacht war, ist zunehmend auch für sportliche Fahrer und Senioren von Interesse: das elektrische Fahrrad. Die Technik wird immer besser.
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DÜSSELDORF. „In Deutschland wurden in der Vergangenheit pro Jahr rund 10 000 bis 15 000 Elektro-Fahrräder verkauft. Doch seit dem vergangenen Jahr ist diese Zahl stark gestiegen", sagt Siegfried Neuberger, Geschäftsführer Technik beim Zweirad-Industie-Verband in Bad Soden bei Frankfurt am Main. Gesicherte Zahlen liegen zwar noch nicht vor, doch Neuberger schätzt, dass sich 2006 der Absatz glatt verdoppelt hat. Das liegt zum einen daran, dass die Reichweite der Velos durch stärkere Akkus wuchs. Je nach Gelände und Trittkraft schaffen es die Fahrzeuge 30 bis 70 Kilometer weit. Zum andern wird die elektronische Steuerung immer besser. Schließlich überzeugen die Geräte durch stabile Rahmen, starke Bremsen und seidenweiche Schaltung.

Zwei Arten Elektroflitzer sind auf dem Markt: das E-Bike, das auch ohne Treten fährt, und das Pedelec (für Pedal Electric Cycle), bei dem der Fahrer durch Treten zusätzlich für Schwung sorgt. Beim Pedelec ist der Motor nur während des Tretens aktiv. Die Motorleistung ist über einen Kraft- oder Bewegungssensor an die Muskelkraft des Fahrers gekoppelt. Damit funktionieren Pedelecs wie Fahrräder und sind so bequem wie Motorräder. Beim E-Bike dagegen sind Muskelkraft und Elektromotor unabhängig voneinander. Die Motorleistung wird über einen Drehgriff oder Knopf am Lenker wie beim Motorroller geregelt. E-Bikes können sowohl rein elektrisch wie auch im Mischbetrieb gefahren werden.

Technische Hilfen - Radfahrer sagen dazu eingebauter Rückenwind - haben sich die großen Hersteller alle einfallen lassen, von Hercules über Koga und Giant bis zu Batavus. Das Traditionsunternehmen Hercules hat seine E-Bike- Modellreihe „Emove" zum Beispiel mit einer 7-Gang-Nabenschaltung ausgestattet. Das Fahrzeug wiegt gut 28 Kilogramm und kostet rund 2 200 Euro. Seit Jahren kommt der Schweizer Hersteller Biketec immer wieder mit technischen Raffinessen. Das Modell Flyer C8 Premium für 2 700 Euro gilt als Mercedes unter den Elektrorädern. Es wiegt nur rund 25 Kilogramm und punktet mit bedienerfreundlicher Elektronik. Ein Elektroflitzer mit der Heinzmann-Antriebtypischen Kraftentfaltung in Verbindung mit dem komfortablen Leichtbaurahmen ist das Heinzmann Estelle Comfort für 2 000 Euro. Es hat sogar zusätzlich eine Rücktrittbremse.

Natürlich haben die Hersteller gemessen, wie viel Kraft ihre Gefährte sparen: Im Vergleich zum herkömmlichen Rad liegt der Puls des Fahrers durch den Elektromotor im Durchschnitt um 25 bis 30 Prozent niedriger. Das macht es möglich: Fahrradfahren ohne Schwitzen.

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