Erklärung von Ionentransport in Körperzellen
Chemie-Nobelpreis geht nach Amerika

Der Nobelpreise für Chemie geht in diesem Jahr an die amerikanischen Forscher Peter Agre and Roderick MacKinnon, wie die Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch mitteilte. Sie erhalten den Preis für die Erforschung des Salz- und Wassertransports in Körperzellen.

HB STOCKHOLM. Die Arbeit beider Forscher sei für das Verständnis von Erkrankungen der Nieren, des Herzens, der Muskeln und des Nervensystems von großer Bedeutung, begründete die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm am Mittwoch ihre Entscheidung. „Der diesjährige Preis illustriert, wie die heutige Biochemie bis auf das atomare Niveau hinabgeht, um im Grundsatz die Lebensprozesse zu verstehen“, hieß es in der Mitteilung. Agre (54) arbeitet an der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore, McKinnon (47) an der New Yorker Rockefeller-Universität. Die beiden Professoren teilen sich den mit umgerechnet 1,1 Mill. € dotierten Preis.

Nach Angaben der Akademie der Wissenschaften geben die Entdeckungen darüber Aufschluss, wie Wasser und Salze aus den Zellen des Körpers heraus und in sie hinein transportiert werden. Damit habe die Wissenschaft fundamentale Einblicke gewonnen, beispielsweise wie die Niere Wasser aus Primärurin zurückgewinne oder die elektrischen Signale in Nervenzellen erzeugt und transportiert würden.

Die Wissenschaft habe bereits Mitte des 19. Jahrhunderts geahnt, dass Körperzellen spezielle Kanäle für den Wassertransport besitzen, teilte die Akademie mit. Aber erst 1988 sei es Agre gelungen, ein bestimmtes Protein zu isolieren und ein Jahr später zu erkennen, dass es sich dabei um den lange gesuchten Wasserkanal handele. „Heute können die Forscher einem Wassermolekül auf seinem Weg durch die Zellmembran im Detail folgen und verstehen, warum nur Wasser aber keine anderen kleinen Moleküle oder Ionen hindurchdringen können.“

McKinnon habe die Forscherwelt 1998 in Erstaunen versetzt, in dem er die räumliche Struktur eines Ionenkanals bestimmt habe, der für die Funktion des Nervensystems und der Muskeln wichtig sei, schrieb die Akademie. „Dank dieser Arbeit können wir nun die Ionen durch Kanäle strömen „sehen', die mittels verschiedener Signale in der Zelle geöffnet und geschlossen werden können“. Die seit 1901 verliehenen Nobelpreise werden am 10. Dezember im Namen des Dynamit-Erfinders Alfred Nobel in Stockholm und Oslo übergeben.

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