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Experten: Kleinwuchs bei Kindern häufig zu spät erkannt

Kleinwuchs bei Kindern wird in Deutschland nach Expertenansicht vielfach zu spät erkannt und behandelt. Meist sei die Behandlung etwa eines Mangels an körpereigenen Wachstumshormonen nur bis zum Ende der Pubertät Erfolg versprechend.

dpa MüNSTER. Kleinwuchs bei Kindern wird in Deutschland nach Expertenansicht vielfach zu spät erkannt und behandelt. Meist sei die Behandlung etwa eines Mangels an körpereigenen Wachstumshormonen nur bis zum Ende der Pubertät Erfolg versprechend.

Dies sagte Kinderarzt und Hormonspezialist Prof. Jürgen Brämswig am Rande der Jahrestagung der Gesellschaft für Endokrinologie (Hormonlehre) am Donnerstag in Münster. Hierbei seien Eltern wie Kinderärzte gefordert, Körpergröße und deren Zunahme regelmäßig zu kontrollieren.

„Bis zum 4. Lebensjahr läuft die Kontrolle im "gelben Untersuchungsheft" der Eltern noch ganz gut, danach bricht sie ab, weil die Untersuchungen nicht mehr regelmäßig wahrgenommen werden“, kritisierte Brämswig. Zugleich würden Eltern, wenn sie denn ihre Sorge um den vergleichsweise kleinen Nachwuchs äußern, häufig nicht ernst genommen. „"Das wird schon noch" oder "das wächst sich aus" heißt es dann.“

Der Bundesverband Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien appellierte an Kinder- und Hausärzte, „lieber einmal mehr auf die Mütter zu hören.“ Zur ersten Einschätzung sollten Eltern aber auch ihre eigene Körpergröße berücksichtigen, ergänzte Brämswig. „Nicht jedes vergleichsweise kleine Kind hat auch eine Wachstumsstörung“, betonte er. „Und wegen elterlicher Wunschgrößen werden ganz bestimmt keine Hormone eingesetzt.“

Rund drei Prozent der Kinder sind hier zu Lande von Kleinwüchsigkeit betroffen, eben so viel aber auch von Hochwüchsigkeit. Ursachen für den Kleinwuchs sind den Angaben zufolge neben einem Mangel an Wachstumshormonen auch Darm- oder Nierenerkrankungen, Herzfehler sowie Hirntumore. Aber auch eine ausgeprägte Mangelernährung oder psychosoziale Gründe könnten Wachstumsstörungen auslösen, wenn Kinder etwa vernachlässigt würden oder unter Beziehungsproblemen ihrer Eltern litten.

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