Forschung + Innovation
Festakt zu 50 Jahre Cern

Zum 50-jährigen Bestehen von Europas größtem Forschungszentrum Cern haben Politiker und Wissenschaftler die Leistungen der Teilchenforscher gewürdigt. An den Feierlichkeiten nahmen zahlreiche hochrangige Vertreter der Cern-Mitgliedstaaten teil.

dpa GENF. Zum 50-jährigen Bestehen von Europas größtem Forschungszentrum Cern haben Politiker und Wissenschaftler die Leistungen der Teilchenforscher gewürdigt. An den Feierlichkeiten nahmen zahlreiche hochrangige Vertreter der Cern-Mitgliedstaaten teil.

Unter ihnen waren Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac und Spaniens König Juan Carlos. Das „Centre Européen pour la Recherche Nucléaire“ (Cern) habe Neuerungen auf zahlreichen Gebieten ermöglicht, die große Vorteile für die gesamte Gesellschaft mit sich gebracht hätten, sagte Cern-Direktor Robert Aymar laut eines vorab verbreiteten Redemanuskripts am Dienstag bei einem Festakt. Er verwies dabei unter anderem auf das World Wide Web, das an dem Teilchenforschungszentrum ursprünglich erfunden worden war, um Physikern den Datenzugriff zu erleichtern.

„Cern ist seit einem halben Jahrhundert eine Erfolgsgeschichte, die beispielhaft wissenschaftliche Spitzenleistung mit Völkerverständigung verbindet“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Ulrich Kasparick. „Auch mit 50 Jahren hat Cern nichts von seiner wissenschaftlichen Attraktivität und Leistungsfähigkeit eingebüßt.“

Die Entscheidung zur Gründung des Cern vor 50 Jahren habe die Nationen spürbar zusammengebracht, unterstrich auch Cern-Direktor Aymar. „Sie wählten den Weg der internationalen Kooperation und stellten diesen über die Förderung ihrer eigenen Programme.“

Die Erwartungen aus aller Welt richten sich derzeit auf den im Bau befindlichen Teilchenbeschleuniger „Large Hadron Collider“ (LHC). Der 27 Kilometer lange Beschleunigerring liegt teilweise mehr als 50 Meter tief im Boden. Im LHC sollen von 2007 an Wasserstoffkerne (Protonen) mit bisher unerreichter Energie zur Kollision gebracht werden. Die Forscher erhoffen sich davon unter anderem Aufschluss über die ersten Momente des Universums sowie über die Frage, warum Elementarteilchen überhaupt eine Masse besitzen.

Der Festakt am Dienstag bildete den Höhepunkt der insgesamt 20- tägigen Feierlichkeiten. Bereits am Samstag waren rund 30 000 Besucher zu einem Tag der offenen Tür gekommen. Das Übereinkommen von zwölf europäischen Staaten zur Gründung des Cern war am 29. September 1954 ratifiziert worden. Heute sind 20 Länder beteiligt, 7 000 Menschen aus 80 Nationen arbeiten dort zusammen. Das Cern verfügt in diesem Jahr über ein Budget von rund 860 Mill. Euro, jeder fünfte Euro kommt aus Deutschland.

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