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Forscher: Menschen müssen sich mit Wildtieren in Städten arrangieren

Menschen müssen sich nach Meinung des Wildbiologen Ulf Hohmann mit Wildtieren in den Städten arrangieren. Immer häufiger zögen Wildtiere in die Städte, sagte er am Mittwoch am Rande des Kongresses der Internationalen Vereinigung der Wildbiologen und Jagdwissenschaftler (Iugb) in Hannover.

dpa HANNOVER. Menschen müssen sich nach Meinung des Wildbiologen Ulf Hohmann mit Wildtieren in den Städten arrangieren. Immer häufiger zögen Wildtiere in die Städte, sagte er am Mittwoch am Rande des Kongresses der Internationalen Vereinigung der Wildbiologen und Jagdwissenschaftler (Iugb) in Hannover.

Schon heute sei die Artenvielfalt - anders als vielfach vermutet - in den Städten am höchsten. Wildtiere in Städten seien nicht „unnormal“ oder „entartet“. Sie zeigten nur, wie gut sie sich auf neue Lebensumstände einrichten könnten.

„Es gibt viele Ursachen für Wildtiere in unseren Städten“, sagte der Wildbiologe an der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft des Landes Rheinland-Pfalz. Eine sieht Hohmann in der zunehmenden Verstädterung, die auch eine Einschränkung des tierischen Lebensraumes nach sich zöge. Aber nicht alle wild lebenden Tierarten entdeckten die Stadt für sich. Besonders Allesfresser und sehr anpassungsfähige Arten, die weder den Lärm noch das künstliche Licht der Städte scheuten, seien in besiedelten Gebieten anzutreffen. Dazu zählte der Experte unter anderem Waschbären, Füchse und Wildschweine.

Die Zuwanderung bleibe nicht ohne Risiko. Der Fuchs beispielsweise sei Hauptüberträger des auch für den Menschen gefährlichen Fuchsbandwurms. „In einigen Kommunen laufen daher Entwurmungsmaßnahmen“, sagt Hohmann.

Damit das Zusammenleben von Tier und Mensch in der Stadt funktioniere, nannte Hohmann verschiedene Verhaltensregeln: „Wichtig ist, dass die Tiere nicht angefüttert werden.“ Auch solle darauf geachtet werden, keine Brot- oder Fleischreste auf dem Komposthaufen zu entsorgen.

Die Konferenz an der Tierärztlichen Hochschule (Tiho) findet zum 27. Mal statt. An ihr beteiligen sich nach Angaben einer Hochschul- Sprecherin rund 350 Teilnehmer aus 45 Ländern.

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