Forschung + Innovation
Fußgänger verstärkten Schwanken der Londoner Millennium-Brücke

Die Fußgänger auf der anfangs wackeligen Londoner Millennium-Brücke haben das ungeplante Schwanken des Bauwerks unbewusst verstärkt.

dpa LONDON/MARBURG. Die Fußgänger auf der anfangs wackeligen Londoner Millennium-Brücke haben das ungeplante Schwanken des Bauwerks unbewusst verstärkt. Wie auf einem Schiff hätten sich Passanten, die auf der Brücke über die Themse unterwegs waren, unwillkürlich den Schwankungen angepasst und damit das Schaukeln weiter befördert.

Das berichtete die Universität Marburg am Donnerstag über eine entsprechende Analyse. Weil sich auch andere Fußgänger von diesem Verhalten anstecken ließen, verschärfte sich das Schwingungsproblem. Das futuristisch anmutende Bauwerk war im Juni 2000 eröffnet, wegen des heftigen Schaukelns jedoch fast zwei Jahre lang wieder gesperrt und mit Stoßdämpfern nachgerüstet worden.

Die Untersuchung der Forschergruppe um Steven Strogatz von der Cornell-Universität in Ithaca (US-Staat New York), an der auch der Marburger Physiker Bruno Eckhardt mitgewirkt hat, soll derartige Pannen bei künftigen Brückenbauten vermeiden helfen. Sie ist in der aktuellen Ausgabe des britischen Fachjournals „Nature“ (Bd. 438, S. 43) erschienen.

Die Millennium-Brücke, die neben anderen Prestige-Bauten anlässlich der Feiern zur Jahrtausendwende errichtet worden war, verbindet die St. Paul's-Kathedrale mit dem Kunstmuseum Tate Modern. Mit stoßdämpfenden Pfeilern haben Ingenieure die Konstruktion inzwischen nachgebessert, die Ursache für das Schaukeln blieb aber zunächst unklar.

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