Gesundheit
10 300 Patienten-Beschwerden gegen Ärztefehler

Fast 10 300 Patienten haben sich im vergangenen Jahr bei den Ärztekammern in Deutschland über mögliche Behandlungsfehler von Medizinern beschwert.

dpa BERLIN. Fast 10 300 Patienten haben sich im vergangenen Jahr bei den Ärztekammern in Deutschland über mögliche Behandlungsfehler von Medizinern beschwert.

Meistens bestätigte sich der Verdacht zwar nicht, doch in etwa jedem fünften Fall stellten die Gutachter tatsächlich Behandlungsfehler fest, wie die Bundesärztekammer (BÄK) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Dabei berief sich die BÄK auf die erste bundeseinheitliche Statistik der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen bei den Ärztekammern der Länder.

Die Zahl der Behandlungsfehler sei damit im Vergleich zu 2005 etwa gleich geblieben. Bundesweit beschweren sich nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts in Berlin rund 40 000 Patienten bei Ärztekammern, Gerichten und Krankenhäusern über die medizinische Behandlung.

Die meisten Beschwerden bei den Ärztekammern betrafen Behandlungen in Krankenhäusern, etwa ein Viertel allerdings auch Arztpraxen. Die häufigsten Vorwürfe (etwa 4 000) von Patienten kamen zu Operationen und der Behandlung danach. Außerdem stellten zahlreiche Menschen (etwa 2000) die Diagnostik der Ärzte in Frage, durch die beispielsweise ein Brustkrebs zu spät erkannt wurde.

Die Bundesärztekammer will diese Daten zur Fehlerbehebung nutzen. „Solche Systemfehler dürfen im ärztlichen Alltag nicht als individuelles Verschulden eines Arztes gesehen werden, sondern müssen als Möglichkeit genutzt werden, Verbesserungen in der Patientensicherheit vorzunehmen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der BÄK, Christoph Fuchs. So sollen Gefahrensituationen erkannt und beispielsweise durch Fortbildungen vermieden werden.

Die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen wurden 1975 von den Landesärztekammern als unabhängige Gremien eingerichtet, um vermutete Behandlungsfehler zu untersuchen. Seit 2006 werden die bei den Ärztekammern eingegangenen Daten mit Hilfe des Medical Error Reporting Systems (Mers) außerdem zentral erfasst und ausgewertet. Damit ist es erstmals möglich, nicht nur über die Anzahl, sondern auch über die Art der Beschwerden Aussagen zu treffen.

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