Gesundheit
Deutschland lockert BSE-Schnelltests

Nach einem deutlichen Rückgang der BSE- Nachweise bei Rindern in Deutschland werden künftig nur noch Tiere getestet, die 30 Monate oder älter sind. Eine entsprechende Verordnung des Bundes soll an diesem Dienstag in Kraft treten.

dpa GREIFSWALD. Nach einem deutlichen Rückgang der BSE- Nachweise bei Rindern in Deutschland werden künftig nur noch Tiere getestet, die 30 Monate oder älter sind. Eine entsprechende Verordnung des Bundes soll an diesem Dienstag in Kraft treten.

Der kontinuierliche Rückgang der BSE-Fälle in Deutschland habe deutlich gemacht, dass in den vergangenen Jahren die richtigen Vorsorgemaßnahmen getroffen worden seien, sagte der wissenschaftliche Beirat der TSE-Forschungsplattform, Martin Groschup, am Montag in Greifswald. Bisher galt die Testpflicht vom 24. Monat an. Nach Expertenansicht verbessern BSE-Tests unter 30 Monaten den Verbraucherschutz aber nicht. Der Bundesrat hatte die Anhebung des Testalters am 16. Juni gebilligt.

Mit der Neuregelung würden künftig rund 500 000 Tiere pro Jahr weniger per Schnelltest auf BSE untersucht, hieß es auf einer Fachtagung in Greifswald. Pro Jahr seien bislang rund 3,5 Mill. bis vier Mill. Rinder getestet worden. Der Bauernverband rechnet mit einer Entlastung um fünf Mill. Euro pro Jahr. Im vergangenen Jahr registrierte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) deutschlandweit 32 BSE-Fälle bei Rindern, im laufenden Jahr fielen bislang neun BSE-Tests positiv aus. Höhepunkt der BSE-Krise war 2001 mit 125 positiv getesteten Tieren in Deutschland.

Rund 120 Experten aus Deutschland, Großbritannien, den USA, Frankreich, Italien und Kanada beraten seit Montag auf dem 6. Nationalen Prionenkongress über schwammartige Hirnerkrankungen wie BSE, die Traberkrankheit Scrapie bei Schafen und Ziegen oder die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen. Die Tagung ist zugleich Abschlusskonferenz der über einem Zeitraum von fünf Jahren mit rund 14 Mill. Euro geförderten TSE-Forschungsplattform.

FLI-Wissenschaftler haben bei Rindern erstmals atypische BSE-Formen nachweisen können. Bei dieser BSE-Form, die äußerst selten sei, unterschieden sich die Erreger in ihren biochemischen Eigenschaften von den Erregern des klassischen Rinderwahns, sagte die Forscherin Anne Buschmann. Es gebe zudem Hinweise darauf, dass die Tiere sich nicht über die Nahrungsaufnahme infiziert haben, sondern sich das körpereigene Prionprotein spontan in eine krank machende Form umgefaltet habe, sagte Buschmann.

Bei den seit dem Jahr 2001 rund 13 Mill. per Schnelltests in Deutschland untersuchten Tieren sei diese Form bei lediglich zwei Tieren nachgewiesen worden. Beide Tiere waren älter als acht Jahre. Inwieweit diese Form auf den Menschen übertragbar ist, sei bisher unklar.

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