Hannover Messe
Brennstoffzellen werden mobil

Energiekrise, Klimawandel und Feinstaubdiskussion – die Zeit ist überreif für neue saubere Energieträger. Bisher enttäuschte der Hoffnungsträger Nummer eins, die Brennstoffzelle. Zu teuer, zu unausgereift, zu wenig praktikabel. Neue Techniken helfen dem mobilen Speicher aber zumindest in kleineren Anwendungen.

HANNOVER. „Das Tief ist überwunden. Seit zwei, drei Jahren wird wieder stärker in die Speichertechnik investiert“, sagt Ulf Groos, Projektleiter für Wasserstofftechnologie am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg. Vor allem portable Brennstoffzellen für Nischenanwendungen seien Treiber auf dem Weg zu massenmarkttauglichen Lösungen.

Typisch dafür ist der tragbare Brennstoffzellen-Stromgenerator „HydroPak“, den das junge Unternehmen Horizon Fuel Cell Technologies aus Singapur erstmals auf der Hannover Messe zeigt. Der Generator wiegt gut zwei Kilo und arbeitet mit einer Wasserstoffkartusche. Ein 230-Volt-Anschluss und zwei USB-Anschlüsse sorgen dafür, dass tragbare Kleingeräte bis zu 14 Stunden betrieben werden können. „Wir haben vor drei Jahren angefangen, die Technik in reale Produkte wie Spielzeuge und Lernmitteln zu bringen, um zu zeigen, dass sie alltagstauglich ist“, sagt Taras Wankewycz, Mitgründer und Vizechef von Horizon.

Innerhalb der kommenden beiden Jahre sollen die Zellen in rascher Folge in anderen Bereichen eingesetzt werden, unter anderem in der Luftfahrt. „Sowie etablierte Unternehmen beginnen, Brennstoffzellen in Alltagsprodukten zu verwenden, kommt Bewegung in den Markt“, sagt Wankewycz. Und er verspricht, dass die Produkte günstig sein werden. Wie die nun vorgestellte Alternative zu Batterien oder lärmenden Diesel-Generatoren, die ab November erhältlich sein wird: Der HydroPak soll netto 400 Euro kosten und die Wasserstoffkartusche 20 Euro. Horizon wird bei allen weiteren Produkten, wie Antrieben für elektrische Fahrräder und Kleinfahrzeuge, auf Wasserstoff setzen.

Die Alternative sind Direktmethanol-Brennstoffzellen (DMFC), die laut Ulf Groos im Consumerbereich derzeit bevorzugt werden. „Methanol hat den Vorteil, dass es als Flüssigkeit leichter zu handhaben und zu transportieren ist als flüchtiger Wasserstoff“, erklärt er. „Bei Industrieanwendungen werden momentan eher Wasserstoffzellen eingesetzt. Daher halte ich beide Technologien für gleichberechtigt“, sagt der Experte. Ob sich einer der Ansätze durchsetzt wird, werde sich erst in einigen Jahren abzeichnen.

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