Hochgeschwindigkeitssysteme
ICE-Technik modernisiert den Nahverkehr

Seit 15 Jahren fährt der ICE durch Deutschland. Über 230 dieser High-Tech-Züge sind mittlerweile im Einsatz, 550 Mill. Passagiere sind mit ihnen schon gereist – Tendenz steigend. Nun setzt die Deutsche Bahn die Hochgeschwindigkeitssysteme auch in S-Bahnen und Güterzügen ein.

DÜSSELDORF. Erst Anfang der Woche berichtete Bahnchef Hartmut Mehdorn, dass der Fernverkehr im ersten Halbjahr 2006 knapp neun Prozent mehr Umsatz brachte. Die im Windkanal geformte Flotte beschert der Bahn aber nicht nur Geld und Imagegewinn: Viele der eigens für den Hochgeschwindigkeitsverkehr entwickelten Innovationen modernisieren heute auch S-Bahnen oder Güterzugloks.

Wenn der ICE 3 auf der Berg- und Talfahrt zwischen Köln und Frankfurt aus Tempo 300 abbremsen muss, dann packt eine High-Tech-Bremse zu. Genau genommen, packt sie nicht zu: Der schnelle Zug ist als erster weltweit mit einer Wirbelstrombremse ausgestattet, und die verlangsamt die Fahrt berührungsfrei – also ohne Kontakt zu Rad, Achse oder Schiene. Zwischen Zug und stählerner Schiene wird ein starkes elektromagnetisches Feld aufgebaut, das den Zug bremst.

Keine Berührung, kein Verschleiß – das macht diese Bremstechnik wirtschaftlich interessant. Denn was nicht kaputt geht, muss nicht teuer erneuert werden. Und der Zug steht dann nicht in der Werkstatt, sondern fährt Umsatz ein. „Mit der Wirbelstrombremse sind wir noch lange nicht am Ende“, sagt Joachim Mayer, im Ressort Technik/Beschaffung der Bahn verantwortlich für die gesamte Technik der Schienenflotten.

Die Ingenieure erwägen, das Bremssystem auch in andere Züge einzubauen. „Vielleicht können wir dann die vorhandenen Scheibenbremsen-Systeme kleiner dimensionieren und mit weniger Scheiben ausstatten“, ergänzt eine Bahn-Sprecherin. Die Wirbelstrombremse soll vor allem Züge aus hohen Geschwindigkeiten abbremsen, weil rein mechanische Bremsen hier naturgemäß am stärksten verschleißen.

Allerdings ist die Entwicklung noch ganz am Anfang. Bislang kann die Wirbelstrombremse nur auf der Schnellstrecke zwischen Rhein und Main eingesetzt werden. Da bei den Bremsvorgängen starke elektromagnetische Ströme frei werden, muss die in den Strecken liegende Elektronik für Signale und Betriebsleittechnik sorgsam abgeschirmt werden. „Am Ende“, sagt Mayer, „ist es ein Rechenexempel. Wenn es gelingt, mit Weiterentwicklungen dieser Technologie die Kosten des Bahnbetriebs weiter zu senken, werden wir an dem Thema dran bleiben.“

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