„Hubble“-Teleskop
Atmosphäre beim Verdampfen beobachtet

Dramatische Szene im All: Ein Stern strahlt so intensiv, dass ein großer Teil der Atmosphäre seines Planeten weggerissen wird. Das „Hubble“-Teleskop hat den Sturm im All beobachtet.
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GarchingDas „Hubble“-Weltraumteleskop hat die verdampfende Atmosphäre eines fernen Planeten erspäht. Der etwa 60 Lichtjahre entfernte Planet sei von seinem Heimatstern mit intensiver Röntgenstrahlung geröstet worden und habe mindestens 1000 Tonnen Gas pro Sekunde verloren, berichtete das europäische „Hubble“-Informationszentrum am Donnerstag in Garching bei München. Die Forscher um Alain Lecavelier des Etangs vom französischen Forschungszentrum CNRS stellen ihre Beobachtungen in einer der kommenden Ausgaben des Fachblatts Astronomy & Astrophysics vor.

Die Forscher hatten den Stern HD 189733A ins Visier genommen, der von einem etwa jupitergroßen Begleiter alle 53 Stunden eng umkreist wird. Planet und Stern trennen nur rund 5 Millionen Kilometer, das ist dreißigmal weniger als die Distanz der Erde zur Sonne. Der Exoplanet wird dadurch auf mehr als 1000 Grad Celsius aufgeheizt. Das ist allerdings noch nicht heiß genug, um seine Atmosphäre verdampfen zu lassen. Die ersten Beobachtungen aus dem Jahr 2010 zeigten daher noch keine Auffälligkeiten.

Im Jahr 2011 beobachteten die Forscher jedoch dramatische Veränderungen. Der Heimatstern des fernen Exoplaneten erlebte einen Ausbruch von Röntgenstrahlung, wodurch sich seine Helligkeit im Röntgenlicht vervierfachte. Der Planet bekam dadurch rund drei Millionen Mal soviel Röntgenstrahlung ab wie die Erde von der Sonne, schätzen die Forscher. „Es war der hellste Röntgenausbruch von HD 189733A von mehreren, die bislang beobachtet wurden“, erläuterte Peter Wheatley aus dem Forschungsteam in der Mitteilung. „Und es scheint sehr wahrscheinlich, dass die Auswirkungen dieses Ausbruchs zu dem Verdampfen geführt haben, das ein paar Stunden später mit "Hubble" zu sehen war.“

Der ferne Planet wandert von der Erde aus gesehen regelmäßig vor seinem Heimatstern vorbei. Dabei durchleuchtet der Stern die Atmosphäre des Exoplaneten, wodurch sich deren Zusammensetzung und Bewegung analysieren lässt. Die Forscher konzentrierten sich auf Wasserstoff als Hauptbestandteil der Planetenatmosphäre und konnten beobachteten, wie große Mengen Wasserstoff aus der Atmosphäre entwichen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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